November 2016

Kolumne vom 07.11.2016 - Nr. 429


Nele Neuhaus

daumen rauf

Im Wald

Im Wald

Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch bald auch wegen Mordes. Kurz darauf wird eine todkranke alte Frau in einem Hospiz ermordet. Bodenstein kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlungen führen Pia und ihn vierzig Jahre in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand - und für viele Ruppertshainer eine alte Geschichte, an die man besser nicht rührt. Es bleibt nicht bei zwei Toten …

Nele Heuhaus liefert wieder ein Spannungs-Highlight, von dem man die Seiten nur so wegliest! Nele Neuhaus’ Figuren sind vielschichtig und innerlich zerrissen. Die Komplexität ihrer Figuren treibt die Geschichte an und nimmt viel Raum ein. Auch die Dialoge haben wieder große Strahlkraft, auch sie werden nicht kurz, sondern lang gehalten. Nele Neuhaus’ Stil eben. „Im Wald“ dreht sich alles um eine weit zurückreichende Tat, in die auf eine ganz besondere Art sehr viele Menschen involviert sind. Und jeder trägt die Schuld mit sich herum – Jahrzehnte lang. „Im Wald“ lässt es an düsterer Atmosphäre und vielen spannenden Momenten nicht missen.

Ullstein, 553 Seiten; 22,00 Euro


Olga Martynova

daumen runter

Der Engelherd

Der EngelherdEs geht um die Liebe zwischen dem Schriftsteller Caspar Waidegger und der jungen Laura, die über ihn ihre Doktorarbeit schreibt. Es geht um die Frage, wie frei oder gefangen wir sind. Um Waideggers behinderte Tochter. Um Familie und Verantwortung also und die Frage, was normal ist und was verrückt. Es geht aber auch um unsere Vergangenheit, die in die deren Tochter von Euthanasie-Ärzten ermordet wird. Um Schuld also geht es. Und es geht um Engel, die entsetzt auf unsere Grausamkeit starren, die rätseln über unser Tun und uns nicht beschützen können.

Olga Martynova ist in Sibirien geboren, 1991 nach Deutschland gekommen, und mit zahlreichen literarischen Preisen ausgezeichnet worden. „Der Engelherd“ ist ihr neuestes Werk. Die Geschichte hörte sich sehr vielversprechend an. Eine tragische, literarische Liebesgeschichte hatte ich mir vorgestellt. Natürlich kommt die Liebe vor, aber Olga Martynova verfängt sich leider viel zu oft in Nebensächlichkeiten und lässt es an Spannung und Konsequenz vermissen. Auch verliebt sich die Autorin in ihre eigene Sprache, und erzählt nur noch des Erzählens willen. Und dann sind da noch die Engel. Hier wird es spirituell. Mir viel es schwer, dieser Geschichte noch zu folgen.

S. Fischer, 368 Seiten; 23,00 Euro


Nathan Hill

daumen rauf

Geister

Geister Ein Anruf der Anwaltskanzlei Rogers & Rogers verändert schlagartig das Leben des Literaturprofessors Samuel Anderson. Er, der als kleines Kind von seiner Mutter verlassen wurde, soll nun für sie bürgen: Nach ihrem tätlichen Angriff auf einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten verlangt man von ihm, die Integrität einer Frau zu bezeugen, die er seit mehr als zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Ein Gedanke, der ihm zunächst völlig abwegig erscheint. Doch Samuel will auch endlich begreifen, was damals wirklich geschehen ist.

„Geister“ ist ein moderner Gesellschaftsroman, der unser aktuelles Leben einer Bestandsaufnahem unterstellt und zugleich Jahrzehnte zurück geht und auch dort zeigt, wie die Zeit die Menschen geformt hat, was Auslöser waren, um dies und jenes zu tun. Jede Entscheidung fordert am Ende etwas ein. Nathan Hill erzählt in der großen Geschichte viele kleine Geschichten und fesselt einen so über 850 Seiten lang! Nathan Hill überzeugt in seinem Debüt mit seinem außergewöhnlichen Ton. Er beschreibt lange und ausführlich, die Dialoge zwischen den Personen gehen oft über mehrere Seiten, und was bei anderen Autoren ermüdend wäre, ist bei Nathan Hill erfrischend. „Geister“ ist ein literarisches Kunstwerk!

Piper, 858 Seiten; 25,00 Euro


Liao Yiwu

daumen rauf

Die Wiedergeburt der Ameisen

Die Wiedergeburt der AmeisenIn diesem Roman verwebt Liao Yiwu die Geschichte seiner Familie mit der seines Heimatlandes China, das ihn verstoßen hat. Liao Yiwu saß im Gefängnis, in der Falle des totalitären Wahnsinns, und erfuhr Folter und Demütigung, nur weil er Gedichte schrieb. Allein sein Lieblingsbuch, das wundersame chinesische Orakel „I Ging“, half ihm die Hölle der Gefangenschaft zu überleben.

 

Ein überwältigender, eindringlicher, traurig machender und Hoffnung schenkender Roman! Man erfährt viel über die jüngere Geschichte Chinas und ist erschüttert was Liao Yiwu hat erleiden müssen. „Die Wiedergeburt der Ameisen“ ist in einem literarisch schönen Ton verfasst. Liao Yiwu beweist auch in der erdrückenden Macht der Ungerechtigkeit schriftstellerische Qualitäten, die beeindrucken. Eine Geschichte, die einem noch lange in Erinnerung bleibt!

S. Fischer, 573 Seiten; 28,00 Euro


James Matthew Barrie / Tatjana Hauptmann

daumen rauf

Peter Pan

Peter-Pan James Matthew Barrie - Tatjana Hauptmann

Peter Pan, die Geschichte vom Jungen, der nicht erwachsen werden wollte – ursprünglich für Erwachsene geschrieben, dann aus keinem Kinderzimmer mehr wegzudenken. Generationen von Lesern haben begeistert die Abenteuer des fliegenden Jungen verfolgt, der Wendy und ihre Brüder mit nach Nimmerland nimmt, wo sie gemeinsam gegen den bösen Kapitän Hook kämpfen.


„Peter Pan“ wurde 1911 von dem Schotten James Matthew Barrie (1860 – 1937) geschrieben. Die Geschichte kennt jedes Kind. Ein Klassiker der Weltliteratur! Und diesen Klassiker hat Diogenes nun neu aufgelegt, in einem wunderschönen Leinenband, der sich in einem schönen Schuber befindet. Der Band enthält zauberhafte Zeichnungen von Tatjana Hauptmann. Sie machen aus dem Buch schon fast einen farbenfrohen Kinofilm.

Diogenes, 208 Seiten; 34,00 Euro


Hörbuch der Woche

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Charlotte Lucas

Dein perfektes Jahr

Dein perfektes JahrWas ist der Sinn deines Lebens? Falls Jonathan Grief jemals die Antwort auf diese Frage wusste, hat er sie schon lange vergessen. Johannes ist Verlagschef eines Hamburger Literaturverlags. Viel Arbeit, wenig Privatleben, ein eingefahrener Alltag, einen kranken Vater. Doch als Johannes auf einer Bank ein fremdes Filofax findet mit vielen Terminen für das nächste Jahr, ändert sich sein Leben komplett. Für Hannah Marx ist der Sinn des Lebens klar, das Gute sehen. Die Zeit voll auskosten. Das Hier und Jetzt genießen. Und vielleicht auch so spontane Dinge tun. Doch als ihr Freund stirbt, ist für Hannah nichts mehr so, wie es einmal war. Sie hatte zuvor noch ein Filofax für ihren Freund mit Terminen ausgefüllt, um ihm Mut zu machen, doch das findet sie nun nur noch dumm. Und außerdem hat das Filofax nur irgend so ein Fremder gefunden …

Charlotte Lucas ist das Pseudonym von der Bestsellerautorin Wiebke Lorenz, die auch als die eine Hälfte von Anna Hertz bekannt ist. „Dein perfektes Jahr“ ist eine Geschichte die einen weinen lässt, dann jubeln, dann lachen, dann wieder todtraurig sein, doch schon kommt wieder die Hoffnung um die Ecke und lässt einen applaudieren, dass man am Leben ist und man erkennen soll, dass man nur ein Leben hat, und dass man dieses schätzen soll und wenn irgend möglich das tun soll, was einen glücklich macht. Denn der Tod kommt früh genug, und dann will man sich nicht vorwerfen, ein Leben geführt zu haben, das man gar nicht wollte. Diese sehr eindringliche Geschichte über den Sinn des Lebens lesen voller Melancholie und Freude das exzellente Sprecherduo Devid Striesow und Anna Thalbach.

Auch als Hardcover erhältlich bei Lübbe, 16,00 Euro.

Lübbe Audio, 6 CDs, 432 Minuten; 16,99 Euro


Denglers-buchkritik.de

Kolumne vom 14.11.2016 - Nr. 430


Simon Beckett

daumen rauf

Totenfang

Totenfang

Seit über einem Monat ist der 31-jährige Leo Villiers spurlos verschwunden. Als an einer Flussmündung zwischen Seetang und Schlamm eine stark verweste Männerleiche gefunden wird, geht die Polizei davon aus, Leo gefunden zu haben. Der Spross der einflussreichsten Familie der Gegend soll eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben, die ebenfalls als vermisst gilt: Leo steht im Verdacht, Emma Darby und schließlich sich selbst umgebracht zu haben. Doch David Hunter kommen Zweifel an der Identität des Toten. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser, und der gehört definitiv zu einer anderen Leiche.

Endlich ist er zurück – die Thriller-Ikone der Neuzeit: David Hunter! Mit „Totenfang“ kehrt Simon Beckett wieder zu seinen Anfängen zurück. In Teilen liest er sich wie „Die Chemie des Todes“. Und das freut den geneigten Thriller-Leser außerordentlich. Das, was man an Becketts Hunter-Romanen liebt kommt hier nicht zu kurz: das ausführliche Beschreiben vom „Auflösen“ des Menschen durch die vielen Insekten und kleinen Tierchen, die sich nach dem Tod an der Leiche laben. „Totenfang“ berstet jetzt nicht vor Spannung, Beckett baut eher leise und ruhig Spannung auf und lässt die Geschichte in einer gekonnten Auflösung enden.

Auch als Hörbuch erhältlich bei Argon Hörbuch. Der große Geschichtenerzähler Johannes Steck liefert wieder eine bravouröse Simon-Beckett-Lesung ab! 22,90 Euro.

Wunderlich, 554 Seiten; 22,95 Euro


Lars Kepler

daumen runter

Playground

PlaygroundJasmin Pascal-Andersson, Lieutenant in der schwedischen Armee, wird bei einem Kriegseinsatz schwer verwundet. Vierzig Sekunden lang steht ihr Herz still. Nach der Reanimation leidet sie an Halluzinationen, die Ärzte attestieren ihr ein posttraumatisches Stresssyndrom. Eine schwierige Rekonvaleszenzzeit steht ihr bevor, und zurück in Stockholm entscheidet sie sich, aus dem Militärdienst auszutreten, um ein ruhigeres Leben zu führen. Sie findet einen Job als Sekretärin, bringt wenig später ein Kind zur Welt. Alles scheint in bester Ordnung. Doch als Jasmin mit ihrem Sohn in einen furchtbaren Autounfall verwickelt wird, kehren die Halluzinationen zurück ...

Das schwedische Autorenteam Lars Kepler war mit ihrem Ermittler Joona Linna bisher eine sichere Bank im Thriller-Genre. Daher waren meine Erwartungen an ihren neuen Thriller „Playground“ erwartungsgemäß hoch. Es folgte eine bittere Enttäuschung. „Playground“ ist eher ein Fantasy-Thriller, aber keiner, der im Hier und Jetzt spielt. Jasmins Wanderungen im „Totenreich“, das war dann doch etwas zu viel. Man hätte aber natürlich auch aus diesem Thema einen durchaus spannenden Thriller machen können, ohne zu sehr die Fantasy-Ebene zu bemühen, leider ist das Lars Kepler nicht gelungen. „Playground“ bietet interessante Ansätze, aber keine Hochspannung.

Auch als Hörbuch erhältlich bei Osterwold Audio. Vera Teltz holt mit ihrer markanten Stimme aus der Story alles heraus, was als Sprecherin möglich ist. 19,99 Euro

Piper, 460 Seiten; 16,99 Euro


Robert Hilburn

daumen rauf

Johnny Cash – Die Biografie

Johnny Cash  Die Biografie Das Leben von Johnny Cash war eine Achterbahnfahrt zwischen Weltruhm und Drogenabsturz, religiösem Eifer und Entzug. Der Südstaaten-Farmersohn entdeckte seine Liebe zur Gitarre und zur Musik während seines Aufenthalts als US-Soldat in Deutschland. Bereits Ende der sechziger Jahre war er erfolgreicher als die Beatles. 48-jährig erhielt er 1980 als jüngster lebender Künstler die höchste Auszeichnung der Country-Musik: die Aufnahme in die Country Music Hall of Fame. Der Autor lernte Cash 1968 beim legendären Konzert im Folson Prison kennen, über das er als einziger autorisierter Pressevertreter berichtete.

Robert Hilburn lässt die Musiklegende Johnny Cash lebendig werden! Ein Buch, das sich liest wie ein Gesellschaftsroman, der sich weit über ein halbes Jahrhundert erstreckt. Natürlich spielt die Musik die absolute Hauptrolle, aber es gibt in der Geschichte auch viele interessante Nebenrollen. Allen voran natürlich die Liebe, die war essenziell für J. R. Dann das sich verändernde kulturelle Amerika, die sich verändernde Gesellschaft, das Drama, das Dunkle, das von Johnny Cash immer wieder Besitz ergriff. Aber auch die vielen guten Seiten von J. R., der in seinem Leben zu den Schwachen hielt und versuchte, deren Leben mit seinen Mitteln zu verbessern. Johnny Cashs Leben ist so unglaublich, dass man manchmal wirklich meint, das kann doch alles nur ein Film sein, wobei der Drehbuchschreiber eine sehr kreative Zeit gehabt hatte. Fühlen Sie den Rhythmus der Musik und des Lebens mit dieser sagenhaft guten Biografie von Johnny Cash!

Berlin Verlag, 832 Seiten; 34,00 Euro


Janine di Giovanni

daumen rauf

Berichte aus Syrien

Bericht aus SyrienÜber fünf Jahre dauert bislang der brutale Krieg in Syrien. Wie konnte er zu so einem aussichtslosen Konflikt werden? Warum sind über 4,6 Millionen Menschen auf der Flucht? Die Autorin berichtet unmittelbar aus dem Inneren des Landes: Sie erzählt aus der Perspektive der Menschen dort, u.a. von Nada, einer jungen Sunnitin, die Assads Gefängnisse knapp überlebt hat, und von Hussein, der aktiv im Widerstand war, aber auch von Anhängern des Regimes, die sich Syrien nicht ohne Assad vorstellen können. Und sie zeigt, wie aus friedlichen Protesten 2011 einer der blutigsten Konflikte unserer Zeit wurde.

„Berichte aus Syrien “ ist ein Bericht aus der Hölle! Und diese Hölle ist in unserer europäischen Nachbarschaft. Die Kriegsreporterin Janine di Giovanni beschreibt, wie ein Land, in dem Bürger für mehr Freiheit demonstrierten, zu einem Kriegsschauplatz wurde, in dem mittlerweile so viele Seiten mitmischen. Leiden müssen vor allem die Unschuldigen. Die Kinder, die Frauen und das Zerstören von Familien zerstört auch die, die zurückbleiben. Jedem sei dieses Buch empfohlen, der einen grausam intimen Blick in ein vom Krieg beherrschtes Land werfen will. Nach der Lektüre wird man auch begreifen, warum so viele Syrer Assad hassen, aber es auch genügend gibt, die ihn verehren.

S. Fischer, 251 Seiten; 22,00 Euro


Amir Baitar / Henning Sußebach

daumen rauf

Unter einem Dach

Unter einem Dach

Reporter Henning Sußebach, seine Frau und deren zwei Kinder haben im Dezember 2015 das Arbeitszimmer geräumt und dem aus Syrien geflohenen Studenten Amir Baitar Obdach gewährt. Der Alltag beider Seiten ist seitdem voller Fragen: Dürfen sich die Eltern vor den Augen ihrer Kinder küssen, auch wenn der Gast das seltsam findet? Wie soll ein Muslim in einem engen Gästebad die rituelle Reinigung vollziehen? Und kann die Familie sonntags «Tatort» gucken, wenn zeitgleich auf Al Jazeera von Gräueltaten in Syrien berichtet wird? Die Eltern und Kinder staunen, als der Gast ihr Haus mit seiner Mekka-App vermisst. Und Baitar versteht nicht, dass in der Familie die Frau mit dem Auto zur Arbeit fährt und der Mann das Fahrrad nimmt. Baitar und Sußebach erzählen in diesem Buch, wie das Zusammenleben funktioniert.

Dieses Buch ist die Folge des Buches „Bericht aus Syrien“. Die vom Krieg verursachte Flüchtlingskrise trifft exemplarisch auf eine deutsche Familie. Dieses Buch ist ein erfreuliches Beispiel von tausenden, die es zum Glück in Deutschland gibt. Die Syrer sind glücklich über die Gastfreundschaft von vielen, ja bei weitem nicht allen, Deutschen. Aber so einfach ist das Zusammenleben dann auch nicht, wie man sich das vielleicht zu Anfang vorgestellt hat. In diesem Buch treffen die Meinungen, Erfahrungen und Empfindungen aufeinander. Man bekommt einen Einblick, der erhellend ist.

Rowohlt, 191 Seiten; 19,95 Euro


Hörbuch der Woche

daumen rauf

Andreas Eschbach

Teufelsgold

TeufelsgoldNach dem Ende der Kreuzzüge taucht er das erste Mal auf: der Stein der Weisen, mit dem man Gold machen kann - gefährliches Gold, radioaktives Gold nämlich. Der Stein erscheint, als ein Alchemist Gott verflucht, und er zieht eine Spur der Verwüstung durch Europa. Die Deutschordensritter erklären es zu ihrer geheimen neuen Aufgabe, ihn zu finden und sicher zu verwahren. Für alle Ewigkeit. Doch in unserer Zeit kommen zwei Brüder, die unterschiedlicher kaum sein könnten, dem wahren Geheimnis des Steins auf die Spur: Er ist ein Schlüssel, der unser aller Leben zum Guten hin verändern könnte. Oder öffnet er die Pforten der Hölle?

Andreas Eschbach ist bekannt dafür, dass er den besonderen Thriller schreibt. Weit ab vom sonstigen Mainstream. Das ist ihm auch mit seinem neuesten Werk wieder gelungen. „Teufelsgold“ ist ein teuflischer Thriller über die Welt der Finanzen, der Welt des Goldes und einer Welt, in der man ewig leben kann. Doch wer liebt steht vor der Entscheidung: einmal die echte Liebe erleben, oder für immer leben, alt werden und nie richtig geliebt zu haben. „Teufelsgold“ ist ein ganz realer Thriller, der zum Ende hin nicht mit Science Fiction geizt. Dieser außergewöhnliche Thriller wird gelesen von Andreas-Eschbach-Stammvorleser Matthias Koeberlin. Der bekannte Charakterschauspieler interpretiert die Story mit seiner gewohnt eingängigen Stimme.

Auch als Hardcover erhältlich bei Lübbe, 22,90 Euro.

Lübbe Audio, 6 CDs, 432 Minuten; 16,99 Euro


Denglers-buchkritik.de

Kolumne vom 21.11.2016 - Nr. 431


Peter Prange

daumen rauf

Unsere wunderbaren Jahre

Unsere wunderbaren Jahre

Es ist der 20. Juni 1948. Das neue Geld ist da – die D-Mark. 40 DM „Kopfgeld“ gibt es für jeden. Für die drei so verschiedenen Schwestern Ruth, Ulla und Gundel, Töchter des geachteten Fabrikanten Wolf in Altena. Für Tommy, den charmanten Improvisateur, für den ehrgeizigen Jung-Kaufmann Benno, für Bernd, dem Sicherheit das Wichtigste ist. Was werden die sechs Freunde mit ihrem Geld beginnen? Welche Träume und Hoffnungen wollen sie damit verwirklichen? Schicksalhaft sind sie alle verbunden - vom Wirtschaftswunder über die Geschäfte zwischen den beiden deutschen Staaten bis zum Begrüßungsgeld nach dem Mauerfall. Sechs Freunde und ihre Familien machen ihren Weg, erleben über drei Generationen die Bundesrepublik der D-Mark – und den Beginn der neuen, europäischen Währung.

Peter Prange ist einer der größten deutschen Geschichtenerzähler! Mit „Unsere wunderbaren Jahre“ beweist er das aufs Neue. Ein farbenprächtiger Gesellschaftsroman der Extraklasse! Er zeigt uns über fünfzig Jahre lang, wie sich Deutschland nach dem Krieg wieder zu einem tollen Land entwickelt hat. Dafür hat er sechs aussagekräftige Charaktere erschaffen: Ruth, Ulla, Gundel, Tommy, Benno und Bernd. Jede und jeder mit einer eigenen Geschichte, einem ganz eigenen Leben und trotzdem sie alle miteinander verbunden. Man liebt, leidet und freut sich mit den Figuren. Und das fast 1.000 Seiten lang. Peter Prange ist einer der wenigen Autoren in Deutschland, der seit zwei Jahrzehnten fantastische und großartige Geschichten erzählt. Mit „Unsere wunderbaren Jahre“ fügt er ein neues Werk von beispielloser Brillanz hinzu.

Auch als Hörbuch erhältlich bei Argon Hörbuch. Der beliebte Schauspieler Helmut Zierl, der nur sehr selten als Hörbuchsprecher in Erscheinung tritt, liest diesen großen Roman in großartiger Weise. Er übertreibt nicht, er schmeichelt den Figuren mit seiner Stimme. 24,95 Euro.

Scherz, 975 Seiten; 22,99 Euro


Gerhard Falkner

daumen runter

Apollokalypse

ApollokalypseGeorg Autenrieth ist eine zwielichtige Gestalt, immer wieder taucht er auf in Berlin, der Mann aus Westdeutschland, hält Kontakt mit der Szene, durchsucht die Stadt und zelebriert Laster, Lebensgier und Liebeskunst. Wohin aber verschwindet er dann? Wer ist der »Glasmann«? Und welche Rolle spielen seine Verbindungen zur RAF? „Apollokalypse“ soll ein Epochenroman über die 80er und 90er Jahre sein, eine apollokalyptische Zeit, in der das Apollinische mit dem Dionysischen verschmolz im Tiegel einer aufregenden Stadt.

Ich war sehr gespannt auf diesen Roman! Er stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und wurde vom Feuilleton begeistert gefeiert. Doch dieses Buch beweist erneut, wie weit sich gewisse Vertreter der Branche vom Leser entfremdet haben. Denn der Großteil der Leser findet dieses Buch eine Katastrophe. „Apollokalypse“ ist eine literarische Apokalypse für den Leser! Gerhard Falkner schreibt ein paar schöne Sätze, durchaus, aber er ist definitiv kein Autor, der eine spannende Geschichte erzählen kann. Da muss Gerhard Falkner noch sehr viel lernen. Doch der Leser möchte ein spannende Geschichte erzählt bekommen, egal in welchem Genre, damit er mitfiebern kann und dran bleiben will an der Lektüre. Das fehlt bei diesem Buch vollkommen. Es als Roman zu bezeichnen ist auch schon sehr kühn. Es ist eine Aneinaderreihung von einzelnen Texten, wo man sich als Leser einfach fragt: Was soll das?

Auch als Hörbuch erhältlich bei Osterwold Audio. Der versierte Schauspieler und Hörbuchsprecher Wolfram Koch betont die schönen Seiten des Textes gut, aber gegen die Katastrophe als Ganzes ist er machtlos. 22,00 Euro.

Berlin Verlag, 428 Seiten; 22,00 Euro


Jon Krakauer

daumen rauf

Die Schande von Missoula

Die Schande von Missoula Die meisten Vergewaltiger kannten ihre Opfer vorher, wodurch die Strafverfolgung und die gerichtliche Suche nach der Wahrheit oft komplex und undurchsichtig ist und die vergewaltigten Frauen ein zweites Mal traumatisiert werden. In seinem neuen Buch beschäftigt sich Jon Krakauer mit Vergewaltigungsfällen in der amerikanischen Universitätsstadt Missoula. Minutiös und doch einfühlsam skizziert er die Ereignisse, die eine ganze Gesellschaft an der Frage nach Recht und Unrecht, Wahrheit und Lüge verzweifeln lassen, er spricht mit den Beschuldigten und den Opfern und schildert packend, wie schmerzhaft die Suche nach Gerechtigkeit und Sühne bei Gericht sein kann.

Bestsellerautor Jon Krakauer hat eine erschütternde Reportage geschrieben, die er auf unnachahmliche Weise spannend schildert. „Die Schande von Missoula“ ist ein erschütternder und schockierender Tatsachen-Thriller! Nach dem Buch muss man zu der Erkenntnis kommen, dass Vergewaltigungen an Frauen vor allem in Universitätsstädten in den USA an der Tagesordnung stehen. Das macht einen fassungslos, aber wundern darf es einen nicht. Wie man am Wahlkampf vom neuen US-Präsidenten Donald Trump gesehen hat, ist das Land durch alle Schichten hindurch verroht. Dieses Buch zeigt, wohin es führen kann, wenn man keine Achtung vor anderen hat, und Frauen nur als „Sexding“ ansieht.

Piper, 480 Seiten; 26,00 Euro


René Goscinny / Jean-Jacques Sempé

daumen rauf

Das große Buch vom kleinen Nick

Das große Buch vom kleinen Nick

50 Geschichten von Nick und seinen Freunden und allem, was in ihrer Welt wichtig ist: Schule, Fußball, Baumhäuser bauen, Raufereien auf dem Schulhof, die Lehrer ärgern, Lesen (das ist eine Krankheit!) und selbst so was Schwieriges wie Mädchen. Geschrieben von Asterix-Autor Goscinny und illustriert von Sempé.

 

Ein echt prima aufregendes und erheiterndes Buch! Goscinny und Sempé machen aus „Das große Buch vom kleinen Nick“ einen Kinofilm zum lesen. Was Nick, seine Familie und seine Freunde alles erleben, das bringt einen fast auf jeder Seite zum lachen. Die Geschichten des kleinen Nick zu lesen machen immer wieder Spaß – egal ob mit 10 Jahren oder mit 60 Jahren.

Diogenes, 366 Seiten; 30,00 Euro


Donal Ryan

daumen rauf

Die Gesichter der Wahrheit

Die Gesichter der Wahrheit

Nachdem die große Finanzblase geplatzt ist, kommen in einem kleinen Städtchen in Irland gefährliche Spannungen ans Licht. Pokey Burke, vormals Chef der örtlichen Baufirma, die für Arbeit und Wohlstand sorgte, hat sich feige aus dem Staub gemacht und die Menschen seiner Heimatstadt mit unbezahlten Gehältern, unfertigen Häusern und ohne soziale Absicherung im Stich gelassen. 21 Bewohner des Ortes haben ihre Meinung dazu und die lassen sie raus.

 „Die Gesichter der Wahrheit“ ist klug aufgebaut und erzeugt dadurch Spannung. Das alltägliche Drama wird verstärkt durch die Finanzkrise, die Irland mit am härtesten in Europa getroffen hat. Donal Ryan trifft es in seinem Roman immer auf den Punkt. Durch die Kürze des Romans, bei der hohen Dichte an Charakteren, darf man nicht zu viel Intensität erwarten, aber Donal Ryan verfängt sich nicht in Nebensächlichkeiten sondern treibt die Geschichte zügig voran. Als Leser ist man sofort eingebunden in den Strudel, der sich entwickelt.

Diogenes, 243 Seiten; 22,00 Euro


Hörbuch der Woche

daumen rauf

Andrea Sawatzki

Ihr seid natürlich eingeladen

Ihr seid natürlich eingeladenDer älteste Sohn von der leidgeprüften Heldin Gundula hat sich verliebt und kündigt unvermutet eine Hochzeit an. Doch niemand kennt seine zukünftige Frau. Nur eins ist klar: Gefeiert wird im Garten seiner Eltern, die sich um Gelassenheit und Weltoffenheit bemühen. Tatsächlich aber sind sie schockiert, denn ihre Schwiegertochter ist Afroamerikanerin, hört auf den Namen Candy und stammt aus Detroit. Da wird dann vor allem Gerald gefordert sein, der behauptet, sattelfest im Englischen zu sein. Ein tragischer Irrtum, der nicht der letzte ist, dem seine Frau Gundula aufsitzt: Aus dem kleinen Kreis der Gäste wird schnell ein größerer, zu dem auch die unerwarteten Mitreisenden der Schwiegertochter gehören.

Eine Geschichte, die mich wirklich köstlich unterhalten hat! Das liegt vor allem am Hörbuch und der Lesung von der Autorin selbst. Andrea Sawatzki hat es drauf, auch mehrere Stimmen zu „sprechen“. Sie gibt Frau, Mann, Kindern, Verwandten und allen anderen fast jedem seine ganz eigene Stimme. Vor allem Rose ist ein echter Brüller. Das Hörbuch macht so richtig Freude. Doch natürlich ist die Geschichte auch prima erzählt. Das verrückte Familienleben ist oft gar nicht so verrückt, wie man es auf den ersten Blick vermutet. Andrea Sawatzki treibt die Realität nur ein wenig auf die Spitze und macht die Geschichte so „erschreckend“ lebensnah. Bei „Natürlich seid ihr eingeladen“ kann man ein Dauerschmunzeln kaum vermeiden.

Auch als Paperback erhältlich bei Piper, 16,99 Euro.

Osterwold Audio, 5 CDs, 375 Minuten; 19,99 Euro


Denglers-buchkritik.de

Kolumne vom 28.11.2016 - Nr. 432


Sebastian Fitzek

daumen rauf

Das Paket

Das Paket

Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den „Friseur“ nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet. Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der „Friseur“ könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.

Genialer Psychothriller = Sebastian Fitzek! Der deutsche Thriller-Megastar hat einen neuen Bestseller geschrieben. Zwischen Wahnsinn und Wahrheit nimmt einen Sebastian Fitzek mit auf einen Psychotrip der besonderen Art. „Das Paket“ hält einen in Atem! Er braucht etwas Anlaufzeit, das ist ungewöhnlich für einen Fitzek-Thriller, aber ab der Hälfte des Buches geht es Schlag auf Schlag. Da fliegen die Seiten nur so weg und es wird einem eine „Wahrheit“ nach der anderen präsentiert, bis man selbst schon ganz schwammig im Kopf ist. Das ist die hohe Thriller-Kunst! Da Sebastian Fitzek die Messlatte durch seine Werke sehr hochgelegt hat, muss man diesmal konstatieren, dass „Das Paket“ nicht das beste Werk des Autors ist, doch immer noch genial. Das sagt eigentlich alles.

Auch als Hörbuch erhältlich bei Lübbe Audio. Simon Jäger liest gewohnt gut und weiß die Spannung zu betonen. 19,99 Euro.

Droemer, 335 Seiten; 19,99 Euro


Wolfgang Burger

daumen runter

Schlaf, Engelchen, schlaf

Schlaf Engelchen schlafProfessor Henecka bittet um Hilfe, da er – ein unbescholtener Bürger – mit Drohmails überschüttet wird. Bei seiner Recherche stößt Kripochef Gerlach jedoch bald auf einen alten Fall, in den Henecka verwickelt war. Die beste Freundin seiner Tochter ist nach einer Geburtstagsfeier nie zu Hause angekommen, obwohl die beiden Familien nicht weit voneinander entfernt wohnten. Im nahe gelegenen Wald fand die Polizei nur einen Schuh des Mädchens – von Lisa fehlt bis heute jede Spur. Als Gerlach dann auch noch feststellt, dass Heneckas Frau ebenfalls spurlos verschwand, ist er sich sicher, dass der Professor nicht ganz so unschuldig ist, wie er behauptet ...

Mit dem dreizehnten Band der Reihe um Kripochef Alexander Gerlach geht es wieder etwas bergauf. Nach dem letzten Krimi „Drei Tage im Mai“, der sehr schwach war, ist „Schlaf, Engelchen, schlaf“ auf jeden Fall eine Steigerung. Die Geschichte hat ihre spannenden Momente und das über die komplette Geschichte hinweg, aber Wolfgang Burger kommt auch immer wieder vom Weg ab und verzettelt sich in Nebensächlichkeiten. Das bremst die eigentlich gute Story dann immer wieder aus. Das Personal hat ihre gewohnten Höhen und Tiefen. Da wäre aber auch noch mehr drin gewesen. Zum einschlafen ist „Schlaf, Engelchen, schlaf“ aber garantiert nicht.

Piper, 412 Seiten; 15,00 Euro


Simon Sebag Montefiore

daumen rauf

Die Romanows

Die Romanows Wie kein anderes Adelsgeschlecht sind die Romanows der Inbegriff von schillerndem Prunk, Macht, Dekadenz und Grausamkeit. Über 300 Jahre dominierten sie das russische Reich, mehr als 20 Zaren und Zarinnen gingen aus dem Geschlecht hervor, allesamt getrieben von unbändigem Machthunger und rücksichtslosem Willen zu herrschen – einige dem Wahnsinn näher als dem Genie. Eine unglaubliche Familie, in der Rivalität, Giftmorde und sexuelle Exzesse regelrecht auf der Tagesordnung standen. Es werden die Schicksale und politischen Verwicklungen nachgezeichnet. Weder zuvor noch danach gab es ein so gewaltiges Reich, in dem sich Glanz und Grausamkeit auf so unheilvolle Weise verbündeten.

Ein unglaubliches Meisterwerk, das weit über das normale Sachbuch hinausgeht! Bei den Romanows ging es nicht zimperlich zu. Mord stand hier schon fast auf der Tagesordnung. Jeder jeden, sozusagen. Und die Tötungsmethoden reichten vom Gift, bis über das Vierteilen eines Menschen, wenn er noch lebte, bis zum Auspeitschen, bis es das Fleisch vom Körper zog. Männer und Frauen gaben sich da fast nichts. Ein blutiger Thriller heutzutage ist da gar nichts dagegen! Es wurde aber auch regiert, geliebt, gekämpft und dies auch auf allen Ebenen und Arten wie man sich es nur vorstellen konnte. Durch die Geschichte der Romanows erfährt man zudem viel über Russland und warum die Menschen auch oft heute noch so sind, wie sie damals waren. Die russische Geschichte ist eine ganz eigene und hat alle geprägt. „Die Romanows“ ist ein historischer Thriller, der auf oft schier unglaublichen Tatsachen beruht!

S. Fischer, 1028 Seiten; 35,00 Euro


Otto Penzler, Herausgeber

daumen rauf

Eine Leiche zum Advent

Eine Leiche zum Advent

Verdächtige Weihnachtsmänner, skrupellose Nikoläuse, tödliche Weihnachtsbraten und Leichen unter Mistelzweigen - vergessen Sie den Einkaufsstress, achten Sie nicht auf das ungewohnte Geräusch in Ihrem Kamin, auf den eigenartigen Nachgeschmack Ihres Glühweins, auf die seltsame rote Flüssigkeit, die aus den Strümpfen am Kaminsims tropft. Ignorieren Sie das schwere Keuchen direkt hinter Ihnen - lesen Sie Weihnachten mit Sherlock Holmes, Nero Wolfe, Inspector Banks, Inspector Morse, Pater Brown, Ellery Queen und vielen anderen.


Ein Krimi-Lesebuch der Extraklasse! Alleine optisch ist das Buch schon ein absoluter Hingucker – in Leinen gebunden und mit einem heiß-kalten Cover. Was das Äußere andeutet wird im Inneren voll erfüllt. Es erwarten einen spannende Weihnachtskrimis von Peter Robinson, Mary Higgins Clark, Ed McBain, Sara Paretsky, Isaac Asimov, Rex Stout, G. K. Chesterton, Edgar Wallace, Arthur Conan Doyle, Andrew Klavan, Colin Dexter, um nur ein paar der Autoren zu nennen, deren Geschichten in diesem dicken Superschmöker enthalten sind.

Lübbe, 705 Seiten; 25,00 Euro


Sharon Guskin

daumen rauf

Noah will nach Hause

Noah will nach Hause

Die alleinerziehende Janie ist ratlos. Ihr vierjähriger Sohn Noah hat Albträume und erzählt von grausigen Dingen. Immer wieder jammert er, dass er zu seiner Mama will. Aber ist er das nicht? Nachdem die verzweifelte Mutter verschiedene Ärzte konsultiert hat, stößt sie beim Stöbern im Internet auf die Seite von Jerome Anderson, einem Psychologieprofessor, der das Phänomen der Wiedergeburt erforscht. In ihrer Not nimmt sie Kontakt zu ihm auf. Kann er Noah helfen? Und so machen sie sich mit nur wenigen Anhaltspunkten detektivisch auf die Suche nach dem Ort, dem Haus, der Familie, der Mutter, nach der Noah sich so sehr sehnt – und werden fündig.

Ein Roman, der einen mit einer Flutwelle von Gefühlen überkommt! Man liest und denkt, man weiß, wo die Geschichte hinführt, aber Sharon Guskin überrascht einen immer wieder aufs Neue. Nach und nach versteht man die vielen hymnischen Besprechungen, die über „Noah will nach Hause“ geschrieben wurden. Ein ganz besonderes Leseerlebnis, das man so schnell nicht mehr vergessen wird!

Auch als Hörbuch erhältlich bei Hörbuch Hamburg. Ulrike Hübschmann veredelt den Text mit ihrer charismatischen Stimme. 20,00 Euro.

Allegria, 428 Seiten; 18,00 Euro


Hörbuch der Woche

daumen rauf

David Safier

Traumprinz

TraumprinzWelche Frau würde sich nicht gerne den perfekten Mann malen? Die verträumte Comiczeichnerin Nellie hat schlimmen Liebeskummer, als ihr zufällig eine alte tibetische Lederkladde in die Hände fällt. In die zeichnet Nellie ihren Traumprinzen: stark und edel. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, hat der Prinz das Zeichenblatt verlassen und steht leibhaftig vor ihr. Mit Schwert und Kettenhemd. Gemeinsam mit dem ungestümen Prinzen namens Retro macht Nellie sich in Berlin auf die Suche nach dem Geheimnis der magischen Kladde. Denn alles, was man in sie hineinzeichnet, erwacht zum Leben. Dabei erlebt das ungleiche Paar jede Menge Abenteuer.

David Safiers „Traumprinz“ ist eine rasante und liebenswerte Liebes-Comic-Action-Fantasy-Komödie, die vor positiv verrückten Ideen nur so strotzt! Mit Nellie kann man sich als Hörer identifizieren, bis zu einem gewissen Grad, denn Nellie, die charakterlich tatsächlich etwas von dem im Hörbuch oft erwähnten Donald Duck hat, hat auch das Talent, einem gehörig auf die Nerven zu gehen. Das schmälert das Vergnügen etwas. Auch gehört „Traumprinz“ nicht zu den besten Komödien, die David Safier geschrieben hat. Trotzdem ist der Spaßfaktor nicht zu klein. Das gleiche gilt für die Lesung. Nana Spier sprudelt wie gewohnt nur so vor Elan und Energie. Manchmal meint man, sie hat zehn Red Bull hintereinander getrunken, um diese Sprecher-Performance abzuliefern.

Auch als Hardcover erhältlich bei Kindler, 19,95 Euro

Argon Hörbuch, 6 CDs, 462 Minuten; 19,95 Euro


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