







BuchKolumne 21.09.2026 Nr. 893
Tobias Bukkehave – Der Prätorianer
Alix E. Harrow – Die Legende von Una Everlasting
Marianne Koch – „Mutig sein!“
Mats Strandberg – Die Muse
John Ironmonger – Die Insel der Schimpansen
Hörbuch zur Ausgabe :
Trude Teige– Hinaus in den Wind
Tobias Bukkehave – Der Prätorianer
dtv, 409 Seiten; 17,00 Euro
Alix E. Harrow – Die Legende von Una Everlasting

Goldmann, 507 Seiten; 24,00 Euro
Marianne Koch – „Mutig sein!“
Mut, Zuversicht, Selbstvertrauen: Das zeichnet Marianne Koch aus, und ihre alleinerziehende Mutter hat es ihr vorgelebt. Ihren Vater, den jüdischen Arzt Rudolf Schindler, der emigrieren musste, lernt sie erst als Erwachsene kennen. Da hat ihre Filmkarriere, der zuliebe sie ihr Medizinstudium unterbrach, sie schon nach Hollywood geführt. Doch ihre Passion gilt der Medizin. Nach einem großen Umbruch, der Scheidung von dem Vater ihrer Söhne, setzt sie ihr Studium fort. Sie arbeitet als Internistin, bleibt zugleich in den Medien präsent. Nun gibt sie uns Einblicke in viele Episoden ihres so reichen, wechselvollen Lebens, das sie viele Jahre mit dem Schriftsteller Peter Hamm teilte. Marianne Koch schaut zurück, und das prägende Gefühl ist Dankbarkeit.
Marianne Koch weiß gute Geschichten zu erzählen! „Erinnerung an abenteuerliche 95 Jahre“ heißt es im Untersatz des Buches. Da würde ich von so einer Dame von Welt schon 400 bis 500 Seiten erwarten, bei so viel abenteuerlichen Leben. Doch das Buch bietet, wenn man die vielen Seiten mit den schönen Fotos abzieht, gerade einmal 100 Seiten abenteuerliches Leben. Das ist doch schon sehr wenig für € 22. Aber nicht nur der Preis ist, was verwirrt, sondern auch, dass Marianne Koch einfach nicht mehr zu erzählen hat, was schwer vorstellbar ist. Ihr Leben beim Film, ihre Hingabe zur Medizin, ihr Liebesleben, Stoff hätte es genug gegeben, um darüber ausführlich, emotional und intensiv zu erzählen. Daher ist diese Autobiographie in Teilen natürlich schön zu lesen, aber sie bleibt weiter hinter dem zurück, was man von einer Marianne Koch hätte erwarten dürfen.
dtv, 140 Seiten; 22,00 Euro
Mats Strandberg – Die Muse
TOR, 460 Seiten; 18,00 Euro
John Ironmonger – Die Insel der Schimpansen
Dieses Angebot kann die Profiturnerin Angel aus dem beschaulichen Fischerdörfchen in Cornwall nicht ablehnen: Eine Reise auf eine abgelegene Insel Tansanias, um die Sprache der Schimpansen zu erforschen – nicht aus der Distanz, sondern mitten unter ihnen, hoch oben in den Baumkronen des Urwalds. Und tatsächlich gelingt es Angel, ein Teil des Stammes zu werden, Freundschaft zu schließen mit dem fröhlichen Milo und sich in die Familie der anderen Forscher auf Samaki Island einzufügen. Doch als die Insel verkauft wird und die neuen Besitzer der Insel ihre ganz eigenen Pläne zu verfolgen scheinen, beginnt ein Kampf ums Überleben – zwischen Trophäenjagd und Naturschutz, Gier und Mitgefühl, Mensch und Natur.
John Ironmonger ist ein literarischer Tierflüsterer, der mit seinen Büchern weltweit die LeserInnen begeistert! Nach „Der Wal und das Ende der Welt“, „Das Jahr des Dugong“ und „Der Eisbär und die Hoffnung auf morgen“ folgt nun „Die Insel der Schimpansen“. Können Schimpansen „sprechen“? Dieser Frage geht der Autor in seinem neuen faszinierenden Tier-Roman nach. Schimpansen sind so nah am Menschen, dass sie über Kommunikation verfügen, das vermittelt die Geschichte, man muss nur wissen, wie diese aussieht bzw. sich anhört. Doch die Geschichte greift auch wieder die Menschen auf, die es mit den Tieren und der Natur oft nicht allzu gut halten. John Ironmonger hat wieder ein faszinierendes Werk geschrieben, das ganz tief in die Welt der Schimpansen und auch tief in die Welt der Menschen eintaucht. Tiere und Menschen leben gemeinsam auf diesem, unserem so einzigartigen Planeten, dass sollte besonders die eine der beiden Spezies nie vergessen!
S. Fischer, 415 Seiten; 24,00 Euro
Das Kurz-und-Knapp-Trio
Yotam Ottolenghi
Simple too – Das Kochbuch
Gönnen Sie sich einen Moment Ruhe: Lauschen Sie dem leisen Blubbern der Suppe oder dem Knacken beim Ei Aufschlagen … und spüren Sie, wie schön es ist, das Leben einfach zu halten. Mit 135 Rezepten von Frühstück bis Dinner bringen Sie neue Impulse von Yotam Ottolenghi direkt in Ihren Alltag. Im Zentrum jedes Rezepts steht die Einfachheit – ob in unter 30 Minuten fertig, in nur einem Topf gekocht oder clever im Voraus vorbereitet. Egal, was Sie bisher vom Kochen abgehalten hat – dieses Buch weckt Ihre Lust darauf und zeigt, dass selbst die simpelsten Gerichte voller Geschmack und Freude stecken können. Ottolenghis „Simple“ ist ein Kochbuch, das Millionen lieben. Nun folgt die Fortsetzung mit „Simple too“. Und wieder begeistert Yotam Ottolenghi mit einfachen und zugleich fantastischen Gerichten. Man bekommt sofort Lust zum Kochen, um dann genüsslich zu genießen!
Dorling Kindersley, 304 Seiten, 40,00 Euro
Sophie Czerny
Totensee
Knaur, 442 Seiten, 16,99 Euro
Michael Sommer
Dirty Rome

Rom war sicherlich beides: eine glanzvolle Metropole und ein Müllhaufen, in dem es zum Himmel stank. Denn jenseits von Kloaken und Dreckschleudern gab es im Römischen Reich noch ganz andere Dinge, die anrüchig waren: Wohnverhältnisse, ungenügende medizinische Versorgung, Frauen, Sklaven und Menschen am Rande der Gesellschaft wurden schlecht behandelt. Korruption, Vetternwirtschaft und Wahlmanipulation grassierten überall, während eine wenig informierte Öffentlichkeit ständig von Gerüchten und Fake News durchwabert wurde. Dieses Buch schaut auf die Schattenseiten der Antike, jenseits der hohen Politik und des blendend weißen Marmors. Michael Sommer konnte mich u. a. mit den Erfolgsbüchern „Dark Rome“ und „Mordsache Caesar“ begeistern. In seinem neuen Buch „Dirty Rome“ zeigt er die dreckige und düstere Seite der so glanzvollen Stadt. Fesselnd, aufschlussreich und überraschend!
C. H. Beck, 352 Seiten, 26,00 Euro







