






BuchKolumne 29.06.2026 Nr. 887
Jessica Berger Gross – Hazel sagt Nein
Quentin Peck – 39 Grad
Simon Ammer – Alles, was der Fall ist
Viveca Sten – Beim ersten Schärenlicht
Elena Sonnberg – Unser schönster Sommer
Hörbuch zur Ausgabe :
Simon Beckett– David Hunter – Die Platin-Box
Jessica Berger Gross – Hazel sagt Nein
In der Hoffnung auf ein ruhigeres Leben ziehen die Blums vom pulsierenden Brooklyn ins beschauliche Riverburg, wo Vater Gus nach herausfordernden Jahren endlich eine Professur ergattert hat. Doch der idyllische Schein trügt. Gleich an ihrem ersten Schultag wird die achtzehnjährige Hazel ins Büro des Direktors zitiert. Er verkündet ihr Unglaubliches: Jedes Jahr sucht er sich eine andere Schülerin aus der Abschlussklasse aus, mit der er eine sexuelle Beziehung eingeht. Dieses Jahr ist sie die Auserwählte. Instinktiv sagt Hazel Nein – und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben ihrer Familie, aber auch die gesamte Stadtgesellschaft auf den Kopf stellen.
Die vielseitige US-Autorin Jessica Berger Gross legt mit „Hazel sagt Nein“ ihren Debütroman vor. Ein Roman mit ungeheurer Schlagkraft! Eine Geschichte, die einen lauten Aufschrei verlangt, und zugleich mit so viel Liebe und Herzenswärme ausgestattet ist, dass man immerzu mit dem Buch kuscheln möchte! Das liegt natürlich auch an den Figuren, denn neben der titelprägenden Hazel spielen auch ihr Bruder Wolf, Mutter Claire und Vater Gus tragende Rollen. Doch Hazel ist die Hauptdarstellerin. Und was für eine! Hazel auf ihrem nicht so einfachen Weg zu begleiten, bereitet eine große Lese-Freude, auch wenn der Kampf ein durchaus großer ist. Einmal ein Nein, bedeutet zuerst in einer Kleinstadt und dann noch weit darüber hinaus noch so viel mehr. Hazel wird zu einem Medienphänomen. Doch will sie das überhaupt? Hazel muss sich entscheiden, wie oft sie in ihrem jungen Leben Ja und Nein sagen darf oder muss. Sagen Sie JA zu „Hazel sagt Nein“!
Lübbe, 381 Seiten; 22,00 Euro
Quentin Peck – 39 Grad

Blanvalet, 365 Seiten; 16,00 Euro
Simon Ammer – Alles, was der Fall ist
Endlich hat auch Oberst Benedikt Kordesch einmal Urlaub. Und den verbringt er mit seiner neuen Liebe Franziska am idyllischen Neusiedlersee. Leider kündigt sich schon am nächsten Tag Franziskas Tochter samt der kleinen Enkelin an. Während Kordesch noch die unromantische Nachricht verdaut, stürzt wenige Meter entfernt ein menschlicher Körper vom Himmel und schlägt mit einem gewaltigen Knall in einem Bungalow-Dach ein. Der Tote kann nur aus einem Flugzeug gefallen sein, und so stößt Kordesch schnell auf den Hersteller des Energydrinks „Higher“: Die Firma hat auf einer eigentlich unter Naturschutz stehenden Fläche in der Nähe eine Startbahn für Sportflugzeuge errichtet. Eine weitere Ausnahme für den milliardenschweren Konzern, die nicht bei allen gut ankommt.
Der neue Fall für den gewitzten Oberst Benedikt Kordesch! Nach „Das Paradies war früher schöner“ und „Auf dem Gipfel ist Ruh‘“ folgt nun „Alles, was der Fall ist“. Die ersten beiden Bücher konnten mit Charme, Witz und spannenden Fällen überzeugen. Diese Mischung ist auch im 3. Fall vorhanden, aber alles auf schwacher Flamme. Vor allem die Spannung ist rar gesät. Das Buch plätschert so vor sich hin. Dies ist kein Kriminalroman, der Sie pushen wird wie ein Energydrink, liebe LeserInnen, sondern er hat eher die gegenteilige Wirkung. „Alles, was der Fall ist“ wird nicht jedermanns Fall sein!
Droemer, 301 Seiten; 18,00 Euro
Viveca Sten – Beim ersten Schärenlicht
Im Hafen der Schäreninsel liegen die Boote dicht an dicht, Jugendliche feiern auf dem Steg, der Alkohol fließt in Strömen. In der Menschenmenge bricht ein verängstigt wirkendes junges Mädchen vor den Augen der Polizei zusammen. Zur gleichen Zeit feiert Nora Linde Mittsommer mit ihrem neuen Partner Jonas und seiner Tochter Wilma. Doch das Fest verwandelt sich in einen Albtraum, als Wilma in der Nacht verschwindet. Am nächsten Morgen wird eine Leiche am Strand gefunden. Noras Jugendfreund, Kriminalinspektor Thomas Andreasson, eilt zum Tatort. Im Laufe der Ermittlungen zeigt sich, dass jeder seine eigene Version der Ereignisse hat. Wer ist Opfer und wer ist Täter in dieser Mittsommernacht?
Die schwedische Bestseller-Queen Viveca Sten genießt im Genre des Kriminalromans mittlerweile Kultstatus! Vor gut 15 Jahren hat alles angefangen mit der Krimi-Reihe „Mord im Mittsommer“, die auch sehr erfolgreich fürs Fernsehen verfilmt wurde. Dann folgte im neuen Jahrzehnt die neue Krimi-Reihe der „Åre-Morde“, die erfolgreich von Netflix verfilmt wurde, und jedes neue Buch regelmäßig ganz oben auf der Bestsellerliste landet. Und nun hat dtv die „Mord-im-Mittsommer“-Reihe neu aufgelegt. Beginnend mit „Beim ersten Schärenlicht“ (Band 5 der Originalreihe). Schon da erkennt man, wie gut Viveca Sten ist! Ihre akkuraten Figurenzeichnungen, der spannende Plot-Aufbau, die wendungsreiche Storyline. Viveca Sten = erlesener Kriminalroman! Genießen Sie die Krimikunst der schwedischen Bestseller-Queen nun noch einmal von Anfang an. Auch erschienen ist der Band „Tödliche Nachbarschaft“.
dtv, 402 Seiten; 13,00 Euro
Elena Sonnberg – Unser schönster Sommer
Goldmann, 476 Seiten; 13,00 Euro
Das Kurz-und-Knapp-Trio
Marc David Baer
Kinder Abrahams
Angesichts der gegenwärtigen kriegerischen Auseinander-setzungen im Nahen Osten wird oft übersehen, dass Muslime und Juden eine lange, komplexe, eng verflochtene Geschichte teilen, die über 1400 Jahre in die Vergangenheit reicht – längst nicht immer standen sie sich als Feinde gegenüber. Das Buch zeigt, dass Interaktionen zwischen Juden und Muslimen seit ihren ersten Begegnungen zur Zeit Mohammeds stets vielfältig waren und das ganze Spektrum menschlicher Emotionen umfassten – von Aggression und Hass über Anerkennung und Wertschätzung bis hin zu Liebe und Freundschaft. Muslime hassen Juden, und umgekehrt. Nein, das entspricht weder heute noch geschichtlich der Wahrheit. Wer dieses besondere Verhältnis detailliert erforschen will, der muss dieses Buch lesen!
Rowohlt, 496 Seiten, 38,00 Euro
Honor Cargill-Martin
Messalina
Valeria Messalina war noch jung, als sie 41 n. Chr. an der Seite von Claudius den römischen Kaiserthron bestieg. Schnell kamen zahlreiche rufschädigende Gerüchte über sie in Umlauf: Nicht nur äußerst grausam und intrigant soll sie gewesen sein, sondern vor allem auch eine unersättliche Nymphomanin. Teils bis heute wirkt dieses sensationslüsterne Bild nach. Doch wer war die historische Person Messalina? Wie schaffte sie es, sich im Haifischbecken des Kaiserhofes zu behaupten? Das Buch zeigt, was wir wirklich über die berüchtigtste Frau des Römischen Reiches wissen können – jenseits der schlüpfrigen Verleumdungen und Gerüchte. Die junge und engagierte Oxforder Althistorikerin Honor Cargill-Martin hat ein sensationelles Histo-Sachbuch geschrieben! Eine Mischung einer hochwertigen Arte-Produktion und einer rasanten Netflix-Serie.
C. H. Beck, 460 Seiten, 34,00 Euro
DK Verlag
Das alte Griechenland: Die visuelle Geschichte

Dieses Buch beleuchtet 3.000 Jahre griechische Geschichte, von der minoischen Kultur über den Aufstieg der Stadtstaaten Athen und Sparta bis zum Reich Alexanders des Großen. Starke Fotografien zeigen alle Facetten des Lebens: Ob Alltag, Kunst, Politik oder die griechische Mythologie – sämtliche Bereiche werden erklärt. Karten legendärer Schlachten illustrieren die militärische und politische Macht Griechenlands. Künstlerische 3-D-Aufrissmodelle lassen die verfallenen Athener Agoren, wo Platon und Sokrates philosophierten, wieder auferstehen und geben zusammen mit Augenzeugenberichten und Artefakten Einblicke in das Leben einfacher Bürger, weiser Gesetzgeber oder der ersten Olympioniken. Ein Buch wie ein Sturm! Dieser Prachtband zeigt das alte Griechenland in einmaligen Darstellungen.
Dorling Kindersley, 400 Seiten, 45,00 Euro







