August 9, 2026

Aktuelle Kolumne 10.08.2026 Nr. 890

 

      BuchKolumne 10.08.2026 Nr. 890

Daniel Wolf – Der Thron der Lilie
Lucy Steeds – The Artist – Die Farben des Lichts
Maria Reva  – Ein Königreich für eine Schnecke
Jennie Godfrey – Das Gartenfest
Jan-Erik Fjell – Finsterherz

Hörbuch zur Ausgabe :

Horst Evers– Hope Joanna

 Daniel Wolf – Der Thron der Lilie

Frankreich 1297. Während der Papst und der französische König einen erbitterten Machtkampf austragen, werden der Ritter Constantin Fleury, die Goliardin Mélisande und der Templer Gérard d’Acre von den Schatten ihrer Vergangenheit eingeholt. Feinde Constantins entführen Mélisande und seine schwangere Frau Agnès. Für die beiden Frauen beginnt ein Kampf ums Überleben. Um sie zu retten, muss Constantin sich hoch verschulden. Sein Freund Gérard, der sich auf einer heiklen Mission für den Templerorden befindet, hilft ihm, das Lösegeld nach Flandern zu bringen. Die rebellische Grafschaft taumelt am Rande eines Krieges, der Kronvasall Constantin gilt den Aufständischen als Todfeind. Auf der gefahrvollen Reise wird Gérard zudem mit alten Sünden konfrontiert und droht, an seiner Schuld zu zerbrechen.

Wollen Sie ein hollywoodreifes Historien-Epos erleben? Dann müssen Sie die Bücher von Daniel Wolf lesen! Nach „Das Reich der Rose“ (auch erschienen als „Die Templer – Rose & Kreuz“) folgt mit „Der Thron der Lilie“ der nächste Mega-Band aus der „Templer“-Reihe. Daniel Wolf wirft einen gleich im ersten Kapitel mitten hinein in die rasant erzählte Mittelalter-Geschichte, die nur so vor Schauwerten strotz. Weiter geht es mit der Geschichte um Constantin Fleury und den zahlreichen anderen Figuren. Daniel Wolf entwirft ein großes Panorama von detailliert recherchierter Historie und packenden erzählerischen Elementen. Fast 800 Seiten lang ist dieser Band, und Langeweile kommt hier nie auf. Besteigen Sie den „Thron der Lilie“ in dem Sie mit diesem Buch verschmelzen werden!

Goldmann, 780 Seiten; 25,00 Euro

Genres

„Der Thron der Lilie“ von Daniel Wolf (Christoph Lode) gehört zum Genre des historischen Romans. Darüber hinaus lässt sich das Buch den Subgenres historisches Abenteuer, mittelalterliche Saga und Templer‑Fiktion zuordnen.

Lucy Steeds – The Artist – Die Farben des Lichts

Provence, um 1920. Venez. Kommen Sie. Mehr steht nicht in dem Brief. Und doch sieht sich Joseph Adelaide am Ziel seiner Träume: Er, ein noch völlig unbekannter Journalist, darf den weltberühmten Maler Édouard Tartuffe interviewen, der sich seit Jahren der Öffentlichkeit entzieht. In dem abgelegenen Landhaus in der französischen Provinz erwartet Joseph dann allerdings eine Überraschung. Nur wenn er Tartuffe Modell sitzt, darf er über ihn schreiben. In der flirrenden Sommerhitze erkennt Joseph bald, dass das größte Rätsel jedoch nicht der „Meister des Lichts“ ist, sondern Tartuffes Nichte. Ettie kocht, putzt, wäscht Pinsel und erträgt Tartuffes Launen mit unergründlicher Hingabe. Doch etwas brodelt in ihr. Joseph fühlt sich immer mehr zu ihr hingezogen. Und langsam kommt ihr Geheimnis ans Licht.

„The Artist“ ist ein Debütroman, der bereits für mächtig Furore gesorgt hat! Lucy Steeds hat einen Preis dafür eingeheimst und wurde mehrfach für andere nominiert. Darüber hinaus gehört „The Artist“ zu den meistgelobten Büchern des vergangenen Jahres. Nun erscheint dieses Buch auch bei uns. „The Artist“ handelt von einem großen und eigenwilligen Maler, ein Exzentriker, von der Kunst, der Liebe, dem Suchen und Finden, immerzu. Lucy Steeds schreibt diese Geschichte genauso kunstvoll, wie der Inhalt dieser ist. Sie pinselt voller Geschick Wörter, Sätze, Emotionen, Farben, Geschmäcker auf die Seiten, dass selbst dieser Roman zu einem kunstvollen Gemälde wird. Ein Geniestreich, der Ihren Geist beflügeln und Ihr Herz schneller schlagen lassen wird!

dtv, 379 Seiten; 24,00 Euro

Genres

„The Artist – Die Farben des Lichts“ von Lucy Steeds lässt sich den Genres Gegenwartsliteratur, Künstlerroman und literarische Frauenliteratur zuordnen. Zudem enthält der Roman Elemente der psychologischen Erzählung und der modernen Gesellschaftsprosa.

 Maria Reva – Ein Königreich für eine Schnecke

Daumen runter rotviolett

Ukraine, 2022. Jewa ist eine Schneckenforscherin, die aussterbende Arten – sogenannte Endlinge – in einem mobilen Labor retten will. Die immer erfolglosere Arbeit finanziert sie mit ihrer Schönheit. Als „Braut“ einer Heiratsagentur unterhält sie westliche Männer auf der Suche nach einer fügsamen Frau fürs Leben. So lernt sie die Schwestern Nastia und Sol kennen, die das aktivistische Werk ihrer vermissten Mutter fortsetzen wollen. Ihr Plan: Heiratstouristen in Jewas Transporter kidnappen und aufmerksamkeitsträchtig im Wald aussetzen. Bald geht’s los: drei wütende Frauen, dreizehn ahnungslose Junggesellen und Lefty, eine linksgewundene Schnecke, das letzte Exemplar ihrer Art – doch dann überfallen die Russen das Land.

Der „Käfermann“ aus der TV-Serie „Bones“ hätte sicher seine helle Freude an den seitenweisen Erläuterungen zum Leben der Schnecken, als „normaler“ Leser ist man nach ein, zwei Seiten aber erschöpft, über so viel Schneckenleben. Und das ist nur eines der Gebiete, auf denen die Autorin vollkommen vom Weg abkommt. Maria Reva baut um die eigentlich gute, gesellschaftlich wichtige und in Spuren auch fesselnden Geschichte, ein Labyrinth aus Unwichtigem und verwirrenden Nebenschauplätzen, die das Lesen sehr anstrengend und wenig erfreulich machen. Der Roman wurde hochgelobt, aber für mich konnte er dieses Lob nicht nachhaltig bestätigen. „Ein Königreich für eine Schnecke“ – ein Königreich für einen durch und durch tollen Roman. Dieser ist es nicht!

dtv, 480 Seiten; 26,00 Euro

Genres
„Ein Königreich für eine Schnecke“ von Maria Reva lässt sich den Genres Gegenwartsliteratur, Gesellschaftsroman und literarische Satire zuordnen. Zudem enthält der Roman starke Elemente der politischen Fiktion und sozialkritischen Erzählung.

 Jennie Godfrey – Das Gartenfest

England, 1985, rund um die Zeit des Live-Aid-Konzerts. An diesem heißen Sommertag lädt Familie Gordon – Teenagerin Hanna, ihre nervöse Mutter Lydia und Vorzeigevater Peter – Freunde, Familie und Bekannte zu einem vermeintlich unbeschwerten Gartenfest ein. Doch der Schein trügt: Da wäre die neue Nachbarin Rita, die etwas verbirgt, Steve, ein junger Veteran, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat, oder Tante Beverley, die nur gekommen ist, um danach über alle lästern zu können. Schon bald drohen all die Geheimnisse ans Licht zu kommen, die normalerweise hinter verschlossenen Türen gehütet werden. Und am Ende der Feier ist schließlich nichts mehr, wie es war.
 
Die Britin Jennie Godfrey hat mit ihrem Debütroman „Unser Buch der seltsamen Dinge“ in ihrer Heimat einen großen Bestseller-Erfolg gefeiert. Das gelang ihr auch mit ihrem zweiten Roman „Das Gartenfest“, der nun auch bei uns erscheint. „Das Gartenfest“ führt die LeserInnen zurück in die 1980er Jahre, als die Mode, die Musik, die Gedanken der Menschen noch ganz andere waren. Eine Zeit, die sich nicht wenige in unserer stürmischen Zeit zurückwünschen. Mit diesem Roman können Sie sich einen mehrstündigen Leseausflug in diese Zeit gönnen. Es geht vergnüglich zu, aber an jeder Ecke lauern auch Geheimnisse, Geheimisse, die auch welche bleiben sollen, aber das gelingt nicht, und so wird es turbulent beim „Gartenfest“. Jennie Godfrey hat ganz wunderbare Charaktere entworfen und lässt sie beim „Gartenfest“ aufeinander losgehen. „Das Gartenfest“ ist ein Lesefest, das mal charmant und heiter ist, aber auch ernst und nachdenklich sein kann. Werden Sie Gast auf diesem Fest und greifen Sie zu diesem Buch!

dtv, 396 Seiten; 23,00 Euro

Genres

„Das Gartenfest“ von Jennie Godfrey lässt sich den Genres Gesellschaftsroman, Familienroman sowie Gegenwartsliteratur mit historischem bzw. zeitbezogenem Setting zuordnen.

Jan-Erik Fjell – Finsterherz

In einer kalten Februarnacht schreckt ein Geräusch Sunniva Nylund und ihren kleinen Sohn aus dem Schlaf. Die junge Mutter wird diese Nacht nicht überleben. Der Osloer Kommissar Anton Brekke hat sich aus dem Polizeidienst zurückgezogen. Zu schwer wiegen die Ereignisse der letzten Monate, als er fast durch die Hand eines Serienmörders gestorben wäre. Doch dann bittet ihn eine Frau um Hilfe: Sie ist überzeugt, dass ihr Bruder zu Unrecht für den Mord an der jungen Cassandra Gran verurteilt wurde, die grausam in ihrer Wohnung getötet wurde. Widerwillig ermittelt Anton und stößt dabei auf den Mord an Sunniva Nylund. Schon bald steckt er schmerzhaft tief in dem dunklen Fall.

Die Kriminalromane des norwegischen Bestseller-Autors Jan-Erik Fjell haben mittlerweile Kultstatus erreicht! Nach zuletzt „Nachtjagd“, „Dunkelhaus“ und „Schattenwald“ folgt nun „Finsterherz“. Der neue Fall des Osloer Kommissars Anton Brekke. Der aber nach seinem letzten Fall gar kein Kommissar mehr ist. Seit über einem Jahr erholt er sich nun, und das Arbeitsamt will ihm seine Zuwendungen streichen, wenn er nicht eine andere Arbeit annimmt, da entscheidet er sich dann doch privat zu ermitteln. Für alle LeserInnen ist das sehr erfreulich, denn es erwartet sie wieder ein skandinavischer Krimi der besten Art! Jan-Erik Fjell lädt mit seinem flotten Stil sofort zum Einchecken in diese Story ein. Und die entwickelt sich nach und nach ganz anders als gedacht. „Finsterherz“ ist ein Krimi-Hochgenuss!

Goldmann, 363 Seiten; 17,00 Euro

Genres
„Finsterherz“ von Jan‑Erik Fjell lässt sich den Genres Kriminalroman und skandinavischer Thriller zuordnen. Zudem enthält der Roman starke Elemente des Polizeikrimis und der düsteren, psychologisch geprägten Spannungsliteratur.

Das Kurz-und-Knapp-Trio

Freya Bromley
Eigentlich wollte ich das nicht schreiben
Eigentlich wollte ich das nicht schreiben

Ausgerechnet der plötzliche Tod ihrer Schwester Darina gibt Nola den Anstoß, endlich ein Buch zu schreiben. LeserInnen feiern ihre radikale Offenheit – doch die Familie fühlt sich bloßgestellt. Zwischen Trauer, Wut und Sprachlosigkeit wächst die Distanz. Ein Jahr später soll Darinas Asche auf einer abgelegenen Insel verstreut werden. Nola will nicht kommen. Doch als ein Film Deal optioniert wird und kurz darauf eine anonyme Beschwerde beim Verlag eingeht, steht ihr Ruf auf dem Spiel. Entschlossen stellt sie sich ihrer Familie – und der Frage, wem Erinnerungen gehören, wenn sie einmal zu Geschichten geworden sind. Eine Familiengeschichte, die einen so richtig durchrüttelt. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle!

Pola, 430 Seiten, 22,00 Euro

Samra Kljajic
Femme Fatale

Ob Prinzessin oder Königin, ob adelig oder bürgerlich – für Frauen war der Lebensweg oft vorgezeichnet. Ihre Rolle? Meist passiv. Und wenn sie aufstiegen, dann nur im Verdacht, berechnend zu sein oder Männer um den Verstand zu bringen. Bis heute prägt dieses Bild die Erzählung über mächtige Frauen in der Geschichte. Doch wenn das alles war – warum spielten Heirat und Mitgift eine so entscheidende Rolle? Wie gelang es manchen Frauen, alle Regeln zu brechen – und welchen Preis zahlten sie dafür, sowohl zu Lebzeiten als auch im Urteil der Geschichte? Dieses Buch erzählt die wahre Geschichte von Königinnen und Mätressen, von Kurtisanen und Konkubinen. Eine Geschichte, die viele erstaunen wird! Denn der historische Schein dieser Frauen trügt, dieses Buch enthüllt die Wahrheit.

dtv, 400 Seiten, 15,00 Euro

Chris Dominik
Narbensommer

Es hätte eine Nacht voller Freude sein sollen – das Ende der Schulzeit. Doch auf dem Heimweg von einer Abiturfeier gerät ein junger Mann in den Sog eines grausamen Verbrechens, das ihn nie wieder loslassen wird. Jahre später: Über Frankfurt braut sich ein Sturm zusammen. Brutale Morde, gnadenlose Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Gangs und ein verheerender Anschlag drohen, die Stadt ins Chaos zu stürzen. Und zwischen den dunklen Hochhausschluchten jagt eine Bestie … Ihre Beute entkommt nur, wenn die Bestie es will. Nach „Narbenwald“ der zweite Fall für das Ermittler-Duo Marc Davids und Zoé Martin. Böse, hart, megaspannend. Chris Dominik ist auf den Spuren von Marc Raabe und Max Bentow!

Lübbe, 405 Seiten, 13,00 Euro

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