







BuchKolumne 01.06.2026 Nr. 885
Ingar Johnsrud – Blendfeuer
Claire Douglas – Geliebte Schwester
Torsten Woywod – Mathilde und Marie
Sarah Goodwin – Der Fjord
Linea Maja Ernst – Fast Abend, immer noch hell
Hörbuch zur Ausgabe :
Pierre Martin –
Madame le Commissaire und die tödliche Rallye
Ingar Johnsrud – Blendfeuer
Droemer, 416 Seiten; 16,99 Euro
Claire Douglas – Geliebte Schwester

Penguin, 416 Seiten; 16,00 Euro
Torsten Woywod – Mathilde und Marie
In Redu, einem kleinen Bücherdorf mit 390 Einwohnern inmitten der belgischen Ardennen, wird die Zeit als Freund und nicht als Gegner empfunden: Umgeben von ausgedehnten Wäldern, rauschenden Flüssen und steilen Anhöhen gibt es hier lediglich einen Fernseher, während das Internet nur eine Stunde am Tag verfügbar ist. Als die junge Französin Marie kurzentschlossen ihr Leben in Paris hinter sich lässt und zu einer Reise mit unbekanntem Ziel aufbricht, ahnt sie nicht, dass sie bald an diesem Ort ankommen wird. Im Zug begegnet sie Jónína, einer Isländerin, die Menschen mit ungewöhnlicher Klarheit zu lesen vermag und somit auch Maries Situation schnell erfasst. Sie nimmt Marie mit zu sich nach Hause, nach Redu, wo sie eine kleine Buchhandlung betreibt. Mit jedem Tag fühlt sich Marie in Redu wohler. Hier lernt sie nicht nur neue Seiten des Lebens, sondern auch sich selbst kennen. Und sie trifft auf eine ganz besondere Gemeinschaft. Als der Frühling vollends Einzug hält, werden Veränderungen in Gang gesetzt, denen sich selbst die mürrische Mathilde nicht entziehen kann.
Torsten Woywod liebt Bücher! Sein beruflicher Lebensweg zeichnet dies nach. Auch merkt man seine Liebe zu Büchern seinem Debütroman „Mathilde und Marie“ an. Der Roman wurde gefeiert und sogleich auch ein Bestseller. Gefeiert? Vor allem die Medien und die Presse haben ihn gefeiert. Aber wie sieht es bei den LeserInnen aus? Beit weitem nicht so gut. Schon in seinem Vorwort verspricht Torsten Woywod eine ganz, ganze große Geschichte. So etwas wie „Wie ein einziger Tag“ von Nicholas Sparks nur mit Büchern und zwei starken Frauen. Nein, das ist diese Geschichte nicht. Sie ist einladend, zumindest in den Passagen, in denen von Büchern und dem Bücherdorf geschwärmt wird. Aber darüber hinaus? Da merkt man nun die kolossale Unerfahrenheit von Debütant Torsten Woywod. Alleine Bücher zu lieben reicht dann eben doch nicht aus, denn die Geschichte ist über die ganze 330 Seiten betrachtet langweilig, eintönig, ohne Höhepunkte und einem gewissenhaften Spannungsaufbau. Und das Allerschlimmste daran ist, aus der Grundidee hätte man so eine spannende und emotionale Geschichte machen können. Es zeigt, wer im Buch-Marketing arbeitet, hat auch das Zeug dazu, aus seinem Roman einen Bestseller zu machen, auch wenn dieses Buch das keineswegs verdient hat!
dtv, 335 Seiten; 22,00 Euro
Sarah Goodwin – Der Fjord
Lübbe, 384 Seiten; 13,99 Euro
Linea Maja Ernst – Fast Abend, immer noch hell
An der Uni waren Sylvia und ihre Freunde unzertrennlich, jetzt haben sie Jobs, Beziehungen, manche sogar Kinder. Doch eine Sommerwoche wollen sie gemeinsam verbringen, in einem Haus am See. Im Mittsommerlicht, beim Kochen und Krebse fangen, in Gesprächen über Liebe, Queerness und das Leben, kehrt die alte Vertrautheit schnell zurück. Doch als zwei von ihnen Heiratspläne verkünden, lassen sich verborgene Sehnsüchte immer schwerer unterdrücken. Leben sie alle wirklich so frei und glücklich, wie sie es sich immer erträumt haben?
Linea Maja Ernst hat mit ihrem Debütroman „Fast Abend, immer noch hell“ in ihrer Heimat Dänemark einen Nr.-1-Bestseller gelandet. Auch International wurde der Roman gefeiert. Nun erscheint er auch bei uns. Ein Buch wie eine gute Freundin oder ein guter Freund, heimelig, schön, umarmend, aber auch stürmisch, wild und ja, auch mal gar nicht so schön! „Fast Abend, immer noch hell“ versammelt eine bunte Truppe, dort im Wald am See. Ein aufgeladener Sommer-Roman, der Beziehungen hell ausleuchtet und zeigt, dass in unserer modernen Welt die Wünsche und Sehnsüchte auch nicht so anders sind wie in den Zeiten davor!
S. Fischer, 250 Seiten; 24,00 Euro
Das Kurz-und-Knapp-Trio
Volker Klüpfel
Mord ist die beste Beseitigung
Kaum hören Möchtegern-Schriftsteller Tommi und Putzfrau Svetlana den Reiseruf im Radio, rast die Gesuchte auch schon im Auto an ihrem Camper vorbei. Sofort heften sie sich an ihre Fersen und spüren den Wagen auf einem Rastplatz auf. Doch die Frau ist verschwunden. Natürlich wittert Svetlanas Spürnase sofort ein Verbrechen. Ehe Tommi sich’s versieht, stecken sie mitten in ihrem nächsten Kriminalfall. Dabei kommen sie nicht nur unglaublichen Verbrechen auf die Spur, sondern begeben sich auch in die Abgründe menschlicher Beziehungen. Als Tommi ein bisschen zu tief gräbt, gerät er plötzlich selbst in Lebensgefahr. Nach „Wenn Ende gut, dann alles“ der 2. Fall für das chaotisch-charmante Ermittlerduo Tommi und Svetlana. Witzig, gewitzt, geistreich und reich an Spannung!
Penguin, 352 Seiten, 24,00 Euro
Pablo Hidalgo / John R. Mullany
Star Wars – The Mandalorian
Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen zu allen drei Staffeln von „Star Wars: The Mandalorian.“ Dieser in enger Zusammenarbeit mit Lucasfilm produzierte Buch zum Disney+-Phänomen steckt voller neuer Einblicke und exklusiver Bilder. Entdecken Sie die versteckten Gadgets von Din Djarins Beskar-Rüstung. Erfahren Sie mehr über die Kultfigur Grogu. Entdecken Sie die Geheimnisse des mandalorianischen Ehrenkodex, bekannt als „Der Weg“. Lernen Sie die Helferin Fennec Shand und den skrupellosen Moff Gideon und vieles mehr kennen. Gerade ist „The Mandalorian and Grogu“ im Kino gestartet, da bietet sich mit diesem Buch genau die richtige Chance noch tiefer in die Welt des Mandalorian einzutauchen. Für „Star-Wars“- und „Mandalorian“- Fans ist die brillante illustrierte Enzyklopädie unverzichtbar!
Dorling Kindersley, 232 Seiten, 30,00 Euro
Uwe Neumahr
Die Buchhandlung der Exilanten

In den 1920er Jahren sind „Shakespeare and Company“ und „Das Haus der Bücherfreunde“, die Buchhandlungen von Sylvia Beach und Adrienne Monnier, Anlaufstellen für Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler. Hier trifft sich die Avantgarde, von James Joyce und Ernest Hemingway über Pablo Picasso bis zu Jean-Paul Sartre. Mit dem Einfall der Deutschen in Frankreich im Mai 1940 aber gerät auch die Literatur in Gefahr. Zu den Besatzern gehört Ernst Jünger, während die Schriftstellerin Gertrude Stein sich dem neuen Regime in Vichy anschmiegt. Adrienne Monnier und Sylvia Beach setzen alles daran, ihre Freunde Walter Benjamin, Gisèle Freund, Siegfried Kracauer und manche andere zu retten. Bis Sylvia Beach selbst von der Gestapo abgeholt wird. Den Schatz dieser bisher verborgenen literarischen Widerstandsgeschichte hebt Uwe Neumahr mit diesem eindrucksvollen Buch!
C. H. Beck, 320 Seiten, 26,00 Euro







