Juni 2, 2026

BuchTipp 05.2026

BuchTipps des Monats – Mai 2026

Das jeweilige Buch ist bei den Rezensionen besonders im Kopf geblieben und daher zum BuchTipp des Monats gewählt worden.

 Caro Claire Burke – Yesteryear

Natalie Heller Mills hat alles: eine malerisch renovierte Farm, fünf Kinder, die um ihre Liebe buhlen, und einen Mann, der in Cowboystiefeln immerhin eine gute Figur abgibt. Vom Sauerteig bis zur Kindererziehung, nichts scheint ihr zu misslingen. Kein Wunder also, dass Millionen von Menschen ihr folgen, ihre Videos schauen, ihre Bilder anklicken. Sie gibt ihnen das, was sie wollen: eine heile Welt. Skandale werden unter den Teppich gekehrt, da, wo sie hingehören. Doch eines Tages wacht Natalie auf und sieht sich mit einer unbequemen Frage konfrontiert: Was wäre, wenn sie auf einmal das Leben führen müsste, das sie immer vorgetäuscht hat?

„Yesteryear“ ist der absolute Horror-Roman für die Tradwifes dieser Welt! Caro Claire Burkes Debütroman ist ein ikonisches Werk, denn er zeigt die verlogene Welt der Tradwifes und InfluenzerInnen in einem hellen Scheinwerferlicht. Grandios! Zum Anfang, zu Natalie, 32, sie hat 5 Kinder und erwartet ihr sechstes: „Eine Bilderbuch Christin. Das All-American-Dream-Girl, ein hottes, emsiges Bienchen, das durch die abgründigsten, dunkelsten Fantasien der Nation summt. Die Mutter, die jede Frau sein wollte, und die Frau, von der sich jeder Mann wünschte, dass sie zu Hause auf ihn wartete. Wie eine Nonne in einem Porno.“ Eine Frau, die die Amerikaner lieben. Ihre vielen Millionen Follower bescheren ihr viel Anerkennung und Geld. Wie Natalie über ihren weiblichen Follower denkt? Die „Wütenden Weiber“ sind alles Vollidiotinnen und dumme Fotzen. Natalie, die ihr perfektes Ehe- und Familienleben natürlich alleine meistert, und sich auch so darstellt. Nein, natürlich nicht! Für sie arbeiten zwei Nannys und eine Kamera- und Produktionsfrau. Ihr Mann macht die ganze Farmarbeit. Was für ein Mann. Nein, natürlich nicht! Caleb macht die Arbeit, die ihm Spaß macht, den Rest erledigen Farmarbeiter. Aber natürlich nicht für die Accounts der perfekten Familie, denn auf diesen machen Natalie und ihr Ehemann alles selbst. Was passiert, wenn diese verlogene Scheinwelt zusammenbricht und man tatsächlich in einer Welt von 1855 aufwacht? Oder ist alles nur ein Zukunftsalptraum? „Yesteryear“ ist einer der besten Romane des Jahres, weil er darüber hinaus auch noch die religiöse, politische und gesellschaftliche Verlogenheit der USA aufzeigt!

Heyne, 461 Seiten; 24,00 Euro