








BuchKolumne 09.03.2026 Nr. 879
Steve Cavanagh – Kill for me
Daniel Speck – Villa Rivolta
Claire Cooper – Elevator
Rebekka Frank – Spiegelland
Elizabeth Strout – Erzähl mir alles
Hörbuch zur Ausgabe :
Ursula Poznanski – Das Signal
Steve Cavanagh – Kill for me
An einem kalten New Yorker Abend lernen sich zwei Frauen in einer Selbsthilfegruppe für Trauernde kennen: Amanda und Wendy können nicht mit der Vergangenheit abschließen, nachdem sie ihre Liebsten durch brutale Verbrechen verloren haben. Beide warten vergeblich darauf, dass der Täter zur Rechenschaft gezogen wird. So schließen sie einen Pakt: Amanda wird den Mann töten, der Wendys Tochter vergewaltigt und ermordet hat. Und Wendy wird Wallace Crone umbringen, den Mörder von Amandas kleiner Jess. Doch der Plan geht schrecklich schief. Denn eine der beiden spielt ein falsches Spiel.
Steve Cavanagh ist einer der weltbesten Thriller-Autoren! Diesen Ruf hat er sich mit der genialen Reihe um Anwalt Eddie Flynn verdient. Sein neuestes Buch ist ein Solo-Thriller (ohne Eddie Flynn). Die Motive aus „Kill for me“ sind bekannt, ich erinnere an Alfred Hitchcocks „Der Fremde im Zug“. Doch Steve Cavanagh haucht dem Motiv frischen Wind ein – vor allem auch, weil er zwei Frauen morden lässt (und nicht zwei Männer). gehörig Bestseller-Autor erweitert die Story gehörig, fügt zahlreiche Elemente ein, die undurchsichtig und sehr überraschend sind. Die Hauptfiguren bekommen immer ihre eigenen Kapitel, so haben die LeserInnen, wie sie es von Steve Cavanagh kennen, den genauen Einblick was die Figuren denken und wie sie handeln. Ein Thriller, der Sie garantiert um Ihren Schlaf bringen wird!
Goldmann, 509 Seiten; 17,00 Euro
Daniel Speck – Villa Rivolta

Zwei Kinder im Garten einer Mailänder Villa: Piero, der strahlende Sohn des großbürgerlichen Automobilunternehmers Renzo Rivolta. Und Valeria, die eigensinnige Tochter des Dienstmädchens. Sie versprechen sich, Freunde fürs Leben zu werden. Verbunden durch ein altes Familiengeheimnis erleben sie eine Jugend in den goldenen Jahren Italiens: Mailands mondäne Eleganz zwischen Dolce Vita und kultureller Revolution. Doch als Piero die Nachfolge seines Vaters antreten muss, verliebt sich Valeria in den Arbeitersohn Flavio, der Pieros Welt den Kampf ansagt.
Daniel Speck ist ein großartiger Geschichtenerzähler! Ein großartiger Geschichtenerzähler von ganz großen Geschichten, die vor Leidenschaft, Hingabe, Liebe, Familie, Freundschaft, Loyalität und den ganz großen Gefühlen nur so aufblühen. Gezeigt schon in „Bella Germania“ oder „Piccola Sicilia“. Nun kehrt er wieder nach Italien zurück in „Villa Rivolta“, und zeigt auch dort genau das, was einen Daniel-Speck-Roman so groß macht. „Villa Rivolta“ ist ein so farbenprächtiger, elektrisierender und spannender Roman, der mit Figuren besetzt ist, die man keine Sekunde mehr missen möchte, wenn man sie einmal kennengelernt hat. Daniel Specks Erzählung umspannt wieder viele Jahrzehnte. Beginnend im Jahre 1979, wird dann zurückgegangen ins Jahr 1945. Ab da entwickelt sich dann diese große Geschichte, die Geschichte der „Villa Rivolta“. Zum Abschluss ein bemerkenswerter Satz über die Liebe und die Leidenschaft: „Niemand hatte sie darauf vorbereitet, dass nicht Liebe, sondern Leidenschaft, die sich als Liebe tarnte, die Erwachsenen aneinanderkettete. … besaß diese Leidenschaft die Kraft, alles zu zerstören, selbst die Liebe.“
Fischer, 602 Seiten; 25,00 Euro

Hörbuch
Auch erhältlich als Hörbuch.
Daniel Speck übernimmt selbst die Lesung seiner großen Geschichte – und was soll ich sagen, er macht daraus auch eine großartige Lesung!
Daniel Speck – Villa Rivolta – Hörprobe: 7:28 Min.
Claire Cooper – Elevator
Als Cerys auf dem Weg zu einem wichtigen Meeting den Aufzug im Bürokomplex betritt, nimmt sie die Frau neben ihr zunächst kaum wahr. Doch kurz nachdem der Lift angefahren ist, gibt es einen plötzlichen Ruck. Der Aufzug hält, die Lichter gehen aus. Beide versuchen, Hilfe zu rufen, aber der Notruf funktioniert nicht, und die Handys haben keinen Empfang. Um nicht durchzudrehen, beginnen die beiden Frauen, sich zu unterhalten und entdecken viele Gemeinsamkeiten. Schließlich vertraut Cerys ihrer vertrauenserweckenden Mitgefangenen ihre dunkelsten Geheimnisse an. Bestimmt werden sie sich nie wiedersehen. Aber Cerys irrt sich: Die andere Frau ist keine Fremde.
Die Britin Claire Cooper hat einen Thriller geschrieben, der brillant sein soll und voller schockierender Wendungen steckt. Nein, dem ist nicht so! Die Geschichte hört sich zwar simpel, aber gut an. Doch meine Befürchtung, dass man solch einen Plot nicht über 450 Seiten lang unter Dauerspannung halten kann, hat sich am Ende bewahrheitet. 150 Seiten hätte man locker weglassen können, ohne das der Geschichte Grundlegendes gefehlt hätte. Claire Copper schleppt sich durch die Geschichte der beiden Frauen, wechselt immer wieder die Perspektiven und zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Und dies oft auch rasend schnell, so dass man den Überblick über alles verliert. Die beiden Hauptfiguren Cery und Maeve sind zudem keine großen Sympathieträgerinnen. „Elevator“ ist ein Thriller, der gleich im 1. Stock stecken bleibt, und dann nimmt das Drama seinen Lauf!
Goldmann, 461 Seiten; 14,00 Euro
Rebekka Frank – Spiegelland
Elias hat so richtig Mist gebaut, das weiß er. Er versteckt sich den Sommer über bei seiner Großmutter Catharina im Moor. Doch auch sie hütet ein Geheimnis, das alles infrage stellt, was Elias zu wissen glaubt. Ein unendlich weiter Sommer, ein Vierteljahrhundert zuvor: Nach Jahren der Angst findet Catharina endlich den Mut, aus ihrer Ehe auszubrechen. Mit ihrer Tochter flieht sie in ein altes Haus im Moor. Während der Sonnentau im ersten Licht des Morgens leuchtet und die Rauchschwalben rufen, spürt sie sich zum ersten Mal wieder. Doch nichts ist sicher. Erst recht nicht, als Catharina im Moor eine Entdeckung macht, die ihren Mann auf ihre Spur bringen könnte.
Rebekka Frank ist eine neue deutsche Erzählstimme, von der man noch viel hören wird! Schon mit ihrem letzten Roman „Stromlinien“ erregte sie große Aufmerksamkeit. Nun legt sie nach, und wie, mit „Spiegelland“. „Spiegelland“ ist ein Roman wie ein Gemälde, in dem es in jeder Ecke etwas zu entdecken gibt, zu erforschen, es weiß mit jedem Pinselstrich zu überraschen, dramatisch ist es in jedem Winkel, auf jeder Seite, geheimnisvoll und spannend darüber hinaus. Es erzählt gleich drei Geschichten in den Jahren 2025, 1999 und 1756. Und alle hängen auf geheimnisvolle und dramatische Weise zusammen. Dabei geht es um Liebe und Gewalt. „Spiegelland“ bietet zudem noch Figuren, mit denen man mit lebt, leidet, sich freut und mit ihnen allem auf den Grund geht, was das Leben zu bieten hat, welche Steine es einem auch in den Weg legt. Und Catharina muss einige Steine aus dem Weg räumen, um ein freies und friedliches Leben führen zu können. „Spiegelland“ ist der absolut passende Titel für diesen Roman, denn auch wenn Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte zwischen Geschichten liegen, so spiegeln sie sich doch immer wieder.
Fischer, 558 Seiten; 24,00 Euro
Elizabeth Strout – Erzähl mir alles
Es ist Herbst in Crosby, dem kleinen Küstenstädtchen in Maine. Vor ein paar Jahren ist Lucy Barton, erfolgreiche Schriftstellerin und Mutter zweier erwachsener Töchter, mit ihrem Ex-Mann William hierhergezogen. In ein abseits gelegenes Haus am Meer. Doch die beschauliche Ruhe in Crosby wird gestört, als eine alte Frau spurlos verschwindet. Und auch Lucys Welt gerät still und leise aus dem Lot. Auf den einsamen Spaziergängen mit Bob Burgess, ihrem alten Freund und Vertrauten, sprechen beide über ihr Leben und über das, was hätte sein können. Und dann ist da noch die legendäre Olive Kitteridge, die pensionierte Mathematiklehrerin, die jetzt in einem Altersheim am Stadtrand lebt und auch mit 90 Jahren nichts von ihrem rauen Charme verloren hat. Vorsichtig freunden sich die beiden Frauen an.
Zuletzt begeisterte die Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Strout mit „Am Meer“. In ihrem neuen Roman „Erzähl mir alles“ kehrt sie nach Main zurück, in das kleine Küstenstädtchen Crosby. Eine Geschichte, die ein unheimlich warmes Gefühl in einem verbreitet! Ein Roman, der aber auch zugleich den Puls an der ein oder anderen Stelle in die Höhe schießen lässt, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Das hat mit den Figuren zu tun, mir ihrem Treiben, ihren Aussagen, aber auch mit dem Fortlauf der Geschichte. „Erzähl mir alles“ ist ein ganz wunderbarer Roman! Elizabeth Strout zeigt, sie kann in wenigen Sätzen, in wenigen sehr schönen Sätzen, ganz große Gefühlswelten entstehen lassen, die einfach nur eines zeigen: das wahre Leben mit all seinen Auf und Abs!
Luchterhand, 398 Seiten; 25,00 Euro
Das Kurz-und-Knapp-Trio
Stacia Stark
Empire of Blood – We Who Will Die
Das Leben im gefährlichen Dorn Distrikt ist für Arvelle und ihre jüngeren Brüder ein ständiger Überlebenskampf – und der fremde Vampir vor ihrer Haustür weiß genau, womit er sie erpressen kann. Als letzte Rettung für ihren schwer kranken Bruder, geht Arvelle einen magischen Schuldschwur mit einem schier unmöglichen Ziel ein: Sie soll den Imperator töten, einen uralten Vampir, den der Gott Umbros selbst erschaffen hat. Dafür muss sie zunächst die Auslese überleben – einen Arenawettkampf, in dem nur die Schnellsten, stärksten und tödlichsten bestehen, um für die imperiale Elitewache ausgewählt zu werden. Stacia Stark zündet ein Romance-Fantasy-Action-Vampir-Feuerwerk ab, dass es am Buchhimmel nur so funkelt! „Empire of Blood“ ist eine Saga, der man nicht entfliehen kann.
dtv, 622 Seiten, 26,00 Euro
DK Verlag
LEGO-Minifiguren –
Die offizielle Geschichte
Am Anfang war der LEGO-Stein – doch erst die charmanten Minifiguren hauchten den LEGO Welten Leben ein! Dieses offizielle LEGO Minifiguren Buch erzählt ihre vollständige Geschichte seit 1978 und stellt über 2.500 Minifiguren aus allen Themenwelten vor, ob LEGO® Star Wars™, LEGO® Harry Potter™, LEGO® NINJAGO® oder LEGO® Minecraft®. Jahr für Jahr werden die kleinen Kultfiguren vorgestellt – mit Fotos, Fakten und exklusiven Einblicken. Als Extra für alle Sammlerinnen und Sammler liegt dem LEGO-Buch eine Astronauten Minifigur bei, die nur mit diesem Band erhältlich ist. Was wäre die LEGO-Welt ohne die Minifiguren? Eine sehr triste. In diesem spektakulären Nachschlagewerk werden die Minifiguren gefeiert – und das zurecht. Ein Buch, dass sich kein LEGO-Fan entgehen lassen sollte!
Dorling Kindersley, 304 Seiten, 50,00 Euro
Christian Goeschel / Daniel Hedinger
München 38 – Die Welt am Scheideweg

In den letzten Septembertagen des Jahres 1938 lag Krieg in der Luft. Die Konferenz in München, der Hauptstadt der NS-Bewegung, war ein letzter, verzweifelter Versuch Frankreichs und Großbritanniens, den Frieden in Europa und damit der Welt zu retten. Die Konferenz hatte so nicht nur für Europa Auswirkungen, sondern globale Hintergründe. Der Aufstieg des Faschismus hatte vorher bereits die bestehende Weltordnung in Frage gestellt. Erst vor diesem Hintergrund konnte Hitler seine Expansion vorantreiben. Das Zurückweichen vor Hitler schwächte die demokratischen Abwehrkräfte im Inneren und ermunterte die aggressiven Mächte zu weiterer Expansion – in Europa ebenso wie im Rest der Welt. „München 38“ kommt einen in diesen dramatischen und aufwühlenden Zeiten plötzlich wieder sehr real vor! Was vor einigen Jahren noch unvorstellbar war, wird Realität. Daher sollte man dieses Buch mit wachem Auge lesen!
C. H. Beck, 332 Seiten, 28,00 Euro







