Januar 31, 2023

Kolumne 19.12.2022 Nr. 748

BuchKolumne 19.12.2022 Nr. 748

Bernhard Hennen – Schattenelfen – Das Eherne Wort
Jochen Schmidt – Phlox
Jodi Picoult – Ich wünschte, du wärst hier
Dominique Steinberg – Das Mädchen vom Striezelmarkt
Michael Ohl – Expedition zu den ersten ihrer Art

 Bernhard Hennen – Schattenelfen – Das Eherne Wort

Verzweifelt sucht Fürstin Alathaia nach einem Weg, ihr Reich Langollion zu retten. Ihre Intrigen scheinen zu fruchten: Durch Mord und Verrat steigt ihre Gesandte Adelayne zur Kaiserin auf. Plötzlich sind alle Machtverhältnisse umgekehrt und alle Bündnisse infrage gestellt. Doch Adelayne herrscht nicht allein und muss schon bald einen mörderischen Preis für ihren Thron zahlen. Und auf einmal wird jemand gänzlich Unscheinbares zur letzten Hoffnung der Elfen von Langollion.

Bernhard Hennen gehört weltweit zu den besten Fantasy-Autoren! Mit ihm bekommt man die Magie, die Spannung, das ganze große Fantasy-Kino geboten. Mit seiner „Schattenelfen“-Saga bestätigt er dies nun erneut. Nach „Die Blutkönigin“ und „Der Gläserne Kaiser“ folgt nun „Das Eherne Wort“. Was für ein Fantasy-Reihe! Was für ein Ideensprudel! Was für starke Persönlichkeiten! Und Spannung und Action kommt auch nicht zu kurz. Bernhard Hennen beweist erneut, warum er eine der ganz großen Fantasy-Autoren weltweit ist!

Heyne, 447 Seiten; 16,00 Euro

  Jochen Schmidt – Phlox

Jochen Schmidt - Phlox

Vor zehn Jahren wurde Jackson Kane eines Verbrechens bezichtigt, das er nicht begangen hatte. Nun ist er zurück: älter, weiser und reicher. Und er trifft auf die Frau, die er nie aufgehört hat zu lieben, selbst als sie seinen Bruder heiratete. Auch Sadia fühlt sich zu ihm hingezogen. Allerdings wehrt sie sich mit aller Macht gegen die Gefühle, die ihr geheimnisvoller Ex-Schwager in ihr weckt. Eine gemeinsame Zukunft ist eigentlich unmöglich, aber die gegenseitige Anziehung ist übermächtig. Sadia und Jackson müssen entscheiden: Sind sie stark genug, sich der Vergangenheit zu stellen?

Jochen Schmidt konnte 2017 mit dem einfühlsamen und relativ kurzen Roman „Zuckersand“ überzeugen. Nun kehrt der Familienheld von damals Richard Sparka in dem relativ langen Roman „Phlox“ zurück. Doch von dem einfühlsamen Text von damals ist in „Phlonx“ nicht viel übriggeblieben. Ich hatte mich sehr auf den Roman gefreut, auch wegen der Figurengestaltung und des Themas. Jochen Schmidt versucht ernst, witzig und zugleich sozialkritisch und politisch zu sein. Das ist zu viel. Der Roman ufert aus und wird dadurch immer langweiliger. Man kann dem Helden irgendwann nicht mehr richtig folgen und ist froh, wenn er seine literarische Reise beendet hat. Die Grundidee der Story ist gut, doch Jochen Schmidt setzt zu oft die falschen Schwerpunkte und den falschen Ton.

C. H. Beck, 479 Seiten; 25,00 Euro

  Jodi Picoult – Ich wünschte, du wärst hier

Jodi Picoult gehört seit Jahrzehnten zu den weltbesten Autorinnen! Ihre Geschichten sind große Dramen mit viel Spannung und so ehrlichen und lebensnahen Figuren. Das wirft sie auch in ihrem neuen Roman „Ich wünschte, du wärst hier“ in die Waagschale. Eine Geschichte aus unserer Zeit, in der wir wie durch eine leicht vernebelten Spiegelwand die Corona-Zeit, und was es mit den Menschen machte, noch einmal Revue passieren lassen können. Jeder hat seine eigene Geschichte aus dieser so dramatischen Zeit, die immer noch nachwirkt. Weltbestseller-Autorin Jodi Picoult erzählt eine dieser Geschichten. Man bekommt viele Facetten der Pandemie-Zeit geschildert. „Ich wünschte, du wärst hier“ ist wieder ein literarisches Glanzstück der Autorin!

Jodi Picoult gehört seit Jahrzehnten zu den weltbesten Autorinnen! Ihre Geschichten sind große Dramen mit viel Spannung und so ehrlichen und lebensnahen Figuren. Das wirft sie auch in ihrem neuen Roman „Ich wünschte, du wärst hier“ in die Waagschale. Eine Geschichte aus unserer Zeit, in der wir wie durch eine leicht vernebelten Spiegelwand die Corona-Zeit, und was es mit den Menschen machte, noch einmal Revue passieren lassen können. Jeder hat seine eigene Geschichte aus dieser so dramatischen Zeit, die immer noch nachwirkt. Weltbestseller-Autorin Jodi Picoult erzählt eine dieser Geschichten. Man bekommt viele Facetten der Pandemie-Zeit geschildert. „Ich wünschte, du wärst hier“ ist wieder ein literarisches Glanzstück der Autorin!

C. Bertelsmann, 411 Seiten; 22,00 Euro

  Dominique Steinberg – Das Mädchen vom Striezelmarkt

Dresden, 1899. Für Lea gibt es nichts Schöneres im Jahr als ein Besuch des Striezelmarkts mit seinen bunten Verkaufsständen und tausend Lichtern. Denn Leas heimliche Leidenschaft ist das Schnitzen von Holzfiguren. Doch ihr Traum, ihre kleinen Kunstwerke irgendwann einmal auf dem berühmten Weihnachtsmarkt auszustellen, bleibt ihr, dem jüdischen Mädchen, verwehrt. Aber dann geschieht dank eines Freundes Leas persönliches kleines Weihnachtswunder: Als Geselle verkleidet und unter falschem Namen verkauft sie ihre Holzschnitzereien auf dem Striezelmarkt und hat großen Erfolg. Der bleibt nicht unbemerkt – und schon bald steht nicht mehr nur ihre Zukunft auf dem Spiel, sondern auch ihr Leben.

Die weibliche Dominique Steinberg ist das Pseudonym des sehr männlichen Guido Dieckmann. Und wer historische Romane kennt, der kennt mit Sicherheit auch den Bestseller-Autor Guido Dieckmann. Seine historischen Romane überzeugen immer mit viel Detailwissen, einem guten Spannungsbogen und historisch gut dargestellten Figuren. Das alles findet sich auch in „Das Mädchen vom Striezelmarkt“ wieder. Wer in der Weihnachtszeit, und natürlich darüber hinaus, einen spannenden historischen Roman mit einer ausgereiften Story lesen will, der betritt den Striezelmarkt mit „Das Mädchen vom Striezelmarkt“.

Lübbe, 540 Seiten; 14,00 Euro

  Michael Ohl – Expedition zu den ersten ihrer Art

Eine neue Tierart zu entdecken, ist der Traum jedes Naturforschers. Das Buch erzählt von waghalsigen Expeditionen in sumpfige Regenwälder oder in die Tiefen des Ozeans, auf denen die unglaublichsten Kreaturen aufgespürt wurden. Wissenschaftlich erfasst, gelten sie fortan als die ersten ihrer Art. So stieß man 1847 auf den furchteinflößenden Gorilla, der bewies, dass der Mensch einen nahen Verwandten hat. 1957 fischte man aus 3.000 Metern Meerestiefe die Urmützenschnecke, die als seit Urzeiten ausgestorben galt. Eine Sensation war auch das Schnabeltier: 1799 entdeckt, wirkt es bis heute wie ein evolutionärer Unfall.

Michael Ohl konnte mich 2018 schon mit seinem Buch „Stachel und Staat – Eine leidenschaftliche Naturgeschichte von Bienen, Wespen und Ameisen“ begeistern. Nach den ganz kleinen Lebewesen spürt er nun den etwas größeren nach in „Expedition zu den ersten ihrer Art“. Eine abenteuerliche Natur- und Tierreise, die einen niemals langweilt und sehr oft staunen lässt. Zu den spannenden Texten gibt es auch noch reichlich Fotos und Bildmaterial, das die Lesereise noch interessanter macht. Für Forscher, Entdecker und Tierliebhaber ist dieses Buch eine schöne Geschenkidee!

dtv, 304 Seiten; 36,00 Euro