August 16, 2022

Kolumne 18.07.2022 Nr. 726

BuchKolumne 18.07.2022 Nr. 726

Annette Wieners– Die Diplomatenallee
Seraina Kobler – Tiefes, dunkles Blau
Elizabeth Kay – Dunkle Tiefen
John Katzenbach – Die Komplizen
Verschiedene Autorinnen – Start-up gründen – Der Weg zum Erfolg

  Annette Wieners – Die Diplomatenallee

Heike lebt zurückgezogen mit Mann und Kindern in Bonn, manchmal hilft sie im Schreibwarenladen mit. Von ihr aus könnte es immer so weitergehen. Doch eines Tages steht ihr alter Uni-Professor im Laden, der Leiter des Instituts für Graphologie. Er möchte sich Heikes enorme Begabung zunutze machen: Niemand kann so viel aus einer Handschrift herauslesen wie sie. Nur will sie mit der Graphologie nichts mehr zu tun haben – aus gutem Grund. Außerdem vertraut sie dem Professor nicht. Tatsächlich ist er in den Aufbau der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn verstrickt, und Heike gerät in den Strudel dramatischer Begebenheiten.

„Die Diplomatenallee“ spielt Mitte der 1970er Jahre, eine spannende Zeit in der deutschen Geschichte. Man erfährt viel über die Graphologie, und traut sich nach dem Beenden der Lektüre gar nicht mehr, etwas mit der Hand zu schreiben, denn die richtige Person kann einen dann lesen wie ein Buch. Wenn denn alles genau so stimmt, denn wissenschaftlich belegen lassen sich die Persönlichkeitsmerkmale nicht. Doch es ist schon ein faszinierendes Gebiet, vor allem, wie Annette Wieners dieses Thema in ihren Roman verpackt. Drumherum gestaltete sie noch eine spannende Spionagegeschichte und ereignisreiche Leben ihrer Figuren. Politisch, menschlich, dramatisch, deutsch-deutsche Geschichte = „Die Diplomatenallee“!

Blanvalet, 447 Seiten; 22,00 Euro

   Seraina Kobler – Tiefes, dunkles Blau

Kurz nachdem Seepolizistin Rosa Zambrano in einer Kinderwunschpraxis am Zürichsee Eizellen einfrieren lässt, wird ihr Arzt tot aufgefunden. Wem stand Dr. Jansen, der nebenbei ein erfolgreicher Biotech-Unternehmer war, im Weg? Erste Spuren führen in eine Villa an der Goldküste, in die alternative Szene, in Genforschungslabore und ins Rotlichtmilieu – und zu vier Frauen, die sich jede auf ihre Weise nicht mit dem abfinden wollen, was Biologie oder Schicksal vorgeben.

Die junge Schweizer Autorin legt nach ihrem Romandebüt „Regenschatten“ im Jahr 2020 nun ihr Krimidebüt mit „Tiefes, dunkles Blau“ vor. Für zahlreiche AutorInnen ist der Weg von der Romanautorin zur Krimiautorin weit, für andere ist er sehr weit. Und für manche zu weit. Für Seraina Kobler ist der Weg eindeutig zu weit. Dabei hört sich die Geschichte richtig gut an. Eine gute Krimiautorin hätte daraus einen fabelhaften und spannenden Krimi gemacht, doch Seraina Kobler scheitert grandios mit diesem Vorhaben. Wie kann man einen so guten Ausgangsplot nur so „verbrennen“? Eine Lesekatastrophe! Das der Fortgang der Geschichte einer hochdosierten Schlaftablette nahekommt, wäre ein Armutszeugnis in die Wirksamkeit dieser Schlaftablette. „Tiefes, dunkles Blau“ ist noch einschläfernder! Und hat mit einem Krimi so viel zu tun, wie eine Coca-Cola mit einem Haferdrink.

Diogenes, 263 Seiten; 16,00 Euro

   Elizabeth Kay – Dunkle Tiefen

Elizabeth Kay Dunkle Tiefen

In einem abgelegenen Cottage an der Steilküste Englands wollen drei Schwestern die Weihnachtsferien zusammen verbringen. Es ist das erste Mal seit jener tragischen Nacht vor zwanzig Jahren, dass sie in das einstige Ferienhaus der Familie zurückkehren. Damals stürzte ihre jüngste Schwester Rose mitten in der Nacht von einer Klippe – die Umstände ihres Todes sind bis heute ungeklärt. In der Hoffnung, die Vergangenheit möge endlich ruhen, treffen die drei jungen Frauen im Cottage ein. Als ein Sturm aufzieht, der sie endgültig von der Außenwelt isoliert, drängen allzu lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche – und mit ihnen eine tödliche Gefahr.

Schon Elizabeth Kays ersten Thriller fand ich gut. Damals schrieb ich: „’Sieben Lügen’ ist das Debüt der Britin Elizabeth Kay. Es sorgte schon vor der Veröffentlichung für Furore und erscheint in mehr als zwanzig Ländern. Ein elektrisierender Thriller!“ Umso gespannter war ich nun auf ihren zweiten Thriller „Dunkle Tiefen“. Leider kommt er an „Sieben Lügen“ nicht heran, aber überzeugen konnte er mich trotzdem, da er durch die spannende Konstellation mit den Schwestern und vor allem mit dem Aufbau der Story überzeugte. Elizabeth Kay wechselt fleißig hin und her. Jess, Ella, Lydia und noch eine Person wechseln sich ständig ab, und halten die Spannung so hoch. Die Hauptstory spielt 2017, aber es gibt auch immer wieder Rückblicke ins Jahr 1997. Ein Schicksalsjahr. Durch die ständigen Perspektivwechsel kann man Langeweile schnell vergessen. Die „Dunklen Tiefen“ ziehen einen in den Bann. Was wird man erfahren, wenn die Dunkelheit schwindet? Lassen Sie sich überraschen!

Lübbe, 412 Seiten; 16,99 Euro

John Katzenbach – Die Komplizen

John Katzenbach Die Komplizen

Eigentlich sucht Collegestudent Connor Mitchell im Darknet nach Spuren des Mannes, der vor Jahren den Tod seiner Eltern verursacht hat – stattdessen stößt er auf den Chatroom einer Gruppe von Serienkillern, die sich „Jack’s Boys“ nennen. Im Glauben, in den digitalen Untiefen des Darknets unsichtbar zu sein, planen „Jack’s Boys“ ihre Taten nach dem Vorbild ihres Idols Jack the Ripper und schicken anschließend Fotos ihrer verstümmelten Opfer an willkürlich ausgewählte Polizei-Stationen weltweit, ohne dass auch nur die geringste Spur zu ihnen führen würde. Bis Connor in ihr Allerheiligstes eindringt. Ein Affront, der ihn prompt zum nächsten Zielobjekt der perfektionistischen Psychopathen macht. Doch die Serienkiller haben weder mit Großvater Ross gerechnet, einem Ex-Marine, noch mit Connors bester Freundin Niki.

Positiv verrückte Thriller, Bestsellerautor John Katzenbach schreibt sie! „Die Komplizen“ fallen vollkommen in diese Kategorie. John Katzenbach hat für alle Thriller-Fans wieder eine dieser positiv-verrückten Thriller-Ideen in eine spannende Geschichte umgemünzt. Es geht hin und her und John Katzebach hört nicht nach 200 Seiten auf mit seiner spannenden Story, nein, sondern wie man es von ihm kennt, gibt es reichlich Stoff für seine LeserInnen. Über 600 Seiten Thriller-Stoff, der einen schlaflose Nächte bereitet!

Droemer, 606 Seiten; 14,99 Euro

Verschiedene Autorinnen – Start-up gründen – Der Weg zum Erfolg

Wie setzt man eine Geschäftsidee um? Wie finanziert man ein Start-up? Dieses Existenzgründungs-Buch bietet die Wissensgrundlage für alle zukünftigen GründerInnen. Infografiken visualisieren die ersten Schritte bei der Firmengründung – von der Entwicklung der Geschäftsidee über die konkrete Umsetzung bis zur Expansion. Praktische Tipps, z. B. zum Erstellen eines Businessplans, begleiten Sie effizient auf Ihrem Weg zum eigenen Business.

Spätestens seit „Die Höhle der Löwen“ sind Start-ups in aller Munde. Doch in der Fernsehshow sieht man oft nur das fertige Produkt und erfährt nur am Rande, wie der Weg bis dahin war. Doch der Weg ist aber sehr wichtig, und in diesem Buch erfahren Sie sehr viel mehr, was Sie alles machen müssen, um erfolgreich ein Start-Up auf den Weg zu bringen. Sind Sie also bereit für den Sprung in die Selbstständigkeit? Mit diesem übersichtlichen Start-up-Buch der Reihe #dkinfografik sind Sie gut dafür gewappnet. Die Kombination aus klaren Infografiken und leicht verständlichen Erläuterungen hilft Ihnen dabei, bei der Unternehmensgründung strukturiert vorzugehen. Ein Buch mit einem – vielleicht – sehr hohem finanziellen Mehrwert für Sie! Die Hauptkapitel sind: „Vor dem Start“, „Erste Schritte“, Es geht los“, „Führen und leiten“ und Expansion und Wachstum“.

Dorling Kindersley, 224 Seiten; 19,95 Euro