Juni 25, 2022

BuchTipp 03.2022

Holbe_Boy meets Girl

BuchTipps des Monats – März 2022

Bei denglers-buchkritik.de kannst Du jeden Montag neue Rezensionen und Buchkritiken lesen und Dir Tipps und Anregungen für neuen Lesestoff holen – egal ob Roman, Krimi, Thriller, Liebesroman, Fantasy, Science-Fiction, historischer Roman oder interessante Sachbücher und Biographien.
Das jeweilige Buch ist bei den Rezensionen besonders im Kopf geblieben und daher zum BuchTipp des Monats gewählt worden.

Julia Holbe – Boy meets Girl

„Boy meets Girl“ – mit diesem Satz kann alles anfangen, jede mögliche Geschichte nimmt von hier aus ihren Lauf. Auch für Nora verändert eine kurze Begegnung ihr ganzes Leben. Plötzlich steht sie vor der Erkenntnis, dass sie schon viel zu lange nur eine Besucherin in ihrem eigenen Leben war. Der Schmerz über das Scheitern ihrer Ehe und die wachsende Hilflosigkeit ihres alternden Vaters setzen in ihr endlich den Wunsch zur Veränderung frei. Als sie Gregory trifft, spürt sie, dass das Leben noch etwas anderes bereithält – und doch fehlt ihr etwas, das sie nicht greifen kann. Dann begegnet sie Yann wieder, einem Freund aus alten Tagen, den sie fast verloren glaubte.

„Boy meets Girl“ zeigt, wie schwierig es ist, eine glückliche und erfüllende Beziehung zu führen, die sich nicht nach Arbeit anfühlt, sondern in der man einfach leben und lieben kann! Nora ist Paartherapeutin und damit eigentlich auf der sicheren Seite, wenn es um Beziehungen geht. Doch auch sie muss erkennen, dass es viel einfacher ist, anderen einen Rat zu geben in Liebes- und Beziehungsdingen, aber wenn man selbst betroffen ist, sind alle guten Ratschläge Schall und Rauch. Einer der Fragen, die sich Nora stellt ist: „Macht der Alltag langfristig die Liebe kaputt?“. Eine schwierige Frage, aber eigentlich auch wieder nicht. Denn hat man sein Gegenüber einfach gerne um sich, dann ist jede Lebensminute, die man gemeinsam verbringt, eine erfüllende. Auch das Alleinsein beschäftigt Nora: „Die Männer hatten mir beigebracht, das Alleinsein zu lieben. Vielleicht nicht unbedingt zu lieben. Zumindest nicht immer. Aber die meiste Zeit.“ Ich kenne das nur zu gut, nur umgekehrt. Und Nora erkennt auch, dass die Gewohnheiten im Leben oft die Gefühle der Liebe überstrahlen: „Wie wichtig und entscheidend die Gewohnheit ist, welch riesige Rolle sie spielt, ohne dass man es merkt. Sie ist so viel entscheidender als die Liebe.“ Ein Buch voller weiser Erkenntnisse! Nachdem ihr Bestseller „Unsere glücklichen Tage“, der mich auch schon begeistert hat, schafft es Julia Holbe erneut, mich mit ihrer Geschichte abzuholen. Das Leben springt einen aus ihren Zeilen geradezu an. „Boy meets Girl“ – großartig!

Penguin, 287 Seiten; 20,00 Euro