Kolumne vom 24.12.2018 - Nr.540


Walter Isaacson

daumen rauf

Leonardo da Vinci

Leonardo da Vinci

Leonardo da Vinci schälte das Fleisch von Schädeln, um die Gesichtsphysiognomie zu erkunden, zeichnete die Muskulatur der Lippen nach – und malte erst dann das einzigartige Lächeln der Mona Lisa! Er studierte, wie Lichtstrahlen auf die Hornhaut treffen ‒ und schaffte dadurch die wechselnden Perspektiven in seinem Gemälde „Das Abendmahl“. Leonardos lebenslanger Enthusiasmus, Grenzen zu überschreiten, faszinierte bereits die einflussreichen Familien in Florenz und Mailand und gilt bis heute als wegweisendes Rezept für Kreativität und Innovationen. Der Autor zeigt dabei auf, dass Leonardos Genialität auf Fähigkeiten basierte, die jeder von uns in sich trägt und stärken kann: etwa leidenschaftliche Neugier, aufmerksame Beobachtung oder spielerische Einbildungskraft. Leonardo erinnert uns bis heute daran, wie wichtig es ist, nicht nur ständig neues Wissen zu erlangen, sondern dieses auch immer wieder zu hinterfragen, der Fantasie freien Raum zu lassen und abseits festgelegter Muster zu denken.

Eine spektakuläre Biographie über das Universalgenie Leonardo da Vinci! Ich habe schon zahlreiche Werke über das Leben und Wirken des Meisters gelesen, aber die Biographie von Walter Isaacson, Autor der Weltbestseller-Biographie über Steve Jobs, hat mir noch einmal einiges Neues und einiges aus einem anderen Blickwinkel aufgezeigt. Der Verlag Propyläen hat sich auch ins Zeug gelegt und den Text in eine wunderschöne Buchform gebracht. Folgende Schwerpunktthemen sind unter anderem enthalten: „Kindheit“, „Lehrjahre“, „Leonardos Notizbücher“, „Hofunterhalter“, „Der vitruvianische Mensch“, „Der Reiterstandbild“, „Der Wissenschaftler“, „Vögel und Fliegen“, „Die mechanischen Künste“, „Die Natur des Menschen“, „Das Letzte Abendmahl“, „Michelangelo und die verlorenen Schlachten“, „Die Welt und ihre Gewässer“, „Die Mona Lisa“.

Propyläen, 752 Seiten; 38,00 Euro


Petra Oelker

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Die Brücke zwischen den Welten

Die Brücke zwischen den Welten

Konstantinopel, anno 1906: In der pulsierenden Metropole am Bosporus begegnen sich Orient und Okzident, die Geschäfte der zahlreichen Europäer gehen gut. Ludwig Brehm, aus Hamburg angereist, um im Handelshaus Ihmsen & Witt alles über Orientteppiche zu lernen, ist fasziniert von dieser schillernden Welt - und von der zarten Engländerin Edie, der Ehefrau des Inhabers Richard Witt. An ihrer Seite erkundet Ludwig die Stadt, begleitet von der so schönen wie geheimnisvollen Milena, Pariserin mit russischen Wurzeln und undurchsichtigen Verbindungen. Doch dann kündigt sich Besuch aus Hamburg an, und Ludwigs neues Leben droht ihm zu entgleiten. Denn niemand weiß, dass auch er nicht der ist, der er zu sein vorgibt …

Petra Oelker gehört vor allem mit ihren historischen Romanen in Deutschland zu den hervorstechenden Autorinnen! Sie hat großartige Romane verfasst, darunter auch der 10-bändigen Rosina-Zyklus. Ihr neuer Roman „Die Brücke zwischen den Welten“ hörte sich vielversprechend an. Auch das Setting hat mich angesprochen. Leider füllt Petra Oelker die tolle Zeit, in der der Roman spielt, und die schön beschriebene Umgebung nicht mit einer eben so schönen und spannenden Geschichte. Sie verliert sich zu oft in Dingen, die die Geschichte nicht voranbringen. Zudem fehlt ein roter Faden, der einen gefesselt am Buch hält. „Die Brücke zwischen den Welten“ – ein Buch zwischen gut und schlecht.

Wunderlich, 491 Seiten; 19,95 Euro


Judith Lennox

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Das Haus der Malerin

Das Haus der Malerin Surrey, 1970: Rose Martineau führt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Walton-on-Thames ein beschauliches Leben. Doch die Idylle wird durch zwei unerwartete Ereignisse bedroht. Zum einen erbt sie ein Haus in den dichten Wäldern von Sussex, das ursprünglich ihrer bislang vollkommen unbekannten Großtante Sadie gehört hatte – einer Künstlerin, die eines Tages spurlos verschwand. Wer war diese Frau, und warum wurde nie von ihr erzählt? Zum anderen bringt ein Medienskandal Roses Bilderbuchehe ins Wanken. Rose stürzt sich in Nachforschungen über Sadie und geht nach und nach einem düsteren Familiengeheimnis auf den Grund.

Die englische Bestsellerautorin Judith Lennox gehört zu den renommiertesten Romanautorinnen der Gegenwart! Ihren Geschichten kann man sich einfach nicht entziehen. So auch nicht ihrem neuen Bestseller „Das Haus der Malerin“. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Alleine das erzeugt schon viel Spannung, wenn man es beherrscht. Judith Lennox tut es. Genauso wie die Weltbestsellerautorinnen Lucinda Riley und Kate Morton. Wer von diesen Geschichten nicht genug bekommen kann, sollte unbedingt auch „Das Haus der Malerin“ lesen! Und was Judith Lennox in diese zwei Geschichten packt lässt einen als Leser nicht mehr los – Krimi, Drama, Liebesgeschichte.

Das Haus der Malerin


Auch als Hörbuch erhältlich bei Osterwold Audio. Cathlen Gawlich und Judith Lennox = wunderbarer Hörgenuss! 20,00 Euro. Hörprobe

Pendo, 477 Seiten; 20,00 Euro


Aileen Burford-Mason

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Was das Gehirn essen will

Was das Gehirn essen willWussten Sie, dass unser Gehirn den zehnfachen Energieverbrauch unserer restlichen Organe hat? Daher liegt es nahe, dass es selbst bei ausgewogener Ernährung nicht immer die Unterstützung bekommt, die es bräuchte, um sein gesamtes Potential voll ausschöpfen zu können. Die Autorin schildert wirkungsvolle Ernährungsprogramme und erläutert die angemessene Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln, die sicherstellen, dass wir unsere geistige Leistungsfähigkeit aufrechterhalten können – von der Schwangerschaft bis ins hohe Alter.


Ein Buch, das Ihre Gesundheit und ihr Leben besser machen kann! Die führende Ernährungswissenschaftlerin Aileen Burford-Mason erklärt in einem angenehmen Ton, wie sie ihr Lebensgewohnheiten langsam ändern sollten, um dadurch mehr für sich und auch ihr Gehirn zu tun. Folgende Hauptthemen sind enthalten: „Das Gehirn – eine Betriebsanleitung“, „Wenn das Gehirn streikt“, „Zurück zum Anfang“, „Wie das Gehirn ein Leben lang hält“, „Strategieplanung“.

Klett-Cotta, 375 Seiten; 17,95 Euro


Thomas Darnstädt

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Verschlusssache Karlsruhe

Verschlusssache Karlsruhe

Die Archive des Bundesverfassungsgerichts waren so verschlossen wie die des Vatikans. Nun endlich sind die alten Akten der großen Prozesse um die junge Demokratie des Grundgesetzes zugänglich. Die Karlsruher Papiere illustrieren, wie hinter den Kulissen um die Grundwerte der neuen Verfassung gerungen wurde - und wie auf den Trümmern eines Staates, der von Rassenhass und Kriegsgeschrei geprägt war, eine freiheitliche Gesellschaft entstehen konnte, die sich der Menschenwürde und dem Frieden verschrieben hat.



Ein äußerst spannender Blick hinter die Kulissen des Bundesverfassungsgerichts! Spannend zu lesen. Thomas Darnstädt präsentiert dem Leser folgende acht Fälle: „KDP-Verbot“, „Gleichberechtigung“, „Elfes-Urteil“, „Homosexuellen-Verfolgung“, Lüth-Urteil“, „Fernseh-Streit“, „Spiegel-Affäre“ und „§218-Streit“. Nach der Lektüre sieht man das Bundesverfassungsgericht mit anderen Augen.

Piper, 412 Seiten; 24,00 Euro


Hörbuch der Woche

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Dr. med. Yael Adler

Darüber spricht man nicht

Darüber spricht man nicht

Yael Adler ist Ärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten und als solche täglich mit Tabuthemen ihrer Patienten konfrontiert. Seien es Inkontinenz, Erektionsstörungen, Unfälle mit Sexspielzeug, Körpergeräusche – Frauen und Männer suchen bei ihr den ärztlichen Rat und vertrauen sich auch darüber hinaus an. Yael Adler weiß, was die Menschen beschäftigt. Körpertabus gibt es bei ihr nicht.

Ein Buch, ein Hörbuch wie eine Befreiung! Endlich spricht mal eine Autorin aus, was viele sich nicht anzusprechen, geschweige denn darüber Fragen zu stellen trauen. Die Körperwissenslücken, die so manche bisher hatten, werden mit diesem Buch und Hörbuch alle geschlossen. Bestsellerautorin Yael Adler erzählt lakonisch und detailliert über so vieles. Vom Haar bis zum Zeh, es wird nicht ausgelassen. Von Schuppen bis zur Warze am Fuß. Von dem, was hinten rauskommt und dem, was vorne alles beim Sex, und auch ganz ohne Sex, alles passieren kann. Von der Haut und ihren vielen Möglichkeiten, positiv wie negativ. Und noch so vieles mehr! Während des Zuhörens wird einem bewusst, was ja auch vorher schon klar war, was der Mensch für ein Wunderwerk ist. Die bekannte Schauspielerin Tessa Mittelstaedt liest diesen nicht ganz einfachen Text mit einem Augenzwinkern. Ein Hörbuch mit hohem Lerneffekt! Hörprobe aller 4 CD's

Darüber spricht man nicht



Auch als Paperback erhältlich bei Droemer, 16,99 Euro.

Argon Hörbuch, 4 CDs, 315 Minuten; 19,95 Euro


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