Kolumne vom 15.04.2019 - Nr.556


Jilliane Hoffman

daumen rauf

Nemesis

Nemesis

Ein Blitz in einem Kreis, eingebrannt in die Haut der Toten: Als Staatsanwältin C. J. Townsend das Branding auf der Schulter der Frauenleiche sieht, ist sie sicher: Das ist die Handschrift des Snuff-Clubs, der vor einigen Jahren ganz Florida in Atem hielt. Die Mitglieder bezahlen viel Geld, um per Live-Stream zu beobachten, wie Frauen brutal vergewaltigt und getötet werden. C. J. weiß alles über die perverse Inszenierung der Morde, von den Teilnehmern „das Spiel“ genannt. Und sie kennt die Namen der Mitglieder, zu reich und einflussreich, um jemals von der Justiz belangt zu werden. Wenn sie weitere Morde verhindert will, muss C. J. das Gesetz in die eigenen Hände nehmen.

Die Geschichte um C. J. Townsend spinnt Jilliane Hoffman extrem spannend fort! Wie sie aus der engagierten, eigentlich gesetzestreuen, aber bereits stark gepeinigten Star-Staatsanwältin eine einsame Rächerin macht, wow! „Nemesis“ ist ganz auf die Hauptfigur der C. J. ausgerichtet. Sie trägt die Geschichte und das auf beeindruckende Weise. Die Snuff-Videos und Streams fordern vom Leser starke Nerven, auch wenn die Autorin hier nicht zu sehr ins Detail geht. Jilliane Hoffman hat mit C. J. Townsend eine unglaublich starke Frauenfigur in der Thriller-Literatur erschaffen, die mit den Büchern „Cupido“, „Morpheus“, „Argus“ und nun „Nemesis“ das Zeug haben bald zu Klassikern des Genres zu gehören.

Wunderlich, 521 Seiten; 22,95 Euro


Linus Geschke

daumen runter

Tannenstein

Tannenstein

Wenn der Wanderer kommt, sterben Menschen. Elf in Tannenstein, einem abgelegenen Ort nahe der tschechischen Grenze. Ein Tankwart im Harz, eine Immobilienmaklerin aus dem Allgäu. Der Killer kommt aus dem Nichts, tötet ohne Vorwarnung und verschwindet spurlos. Der Einzige, der sich ihm in den Weg stellt, ist Alexander Born: ein Ex-Polizist mit besten Kontakten zur Russenmafia. Einst hatte der Wanderer seine Geliebte getötet, jetzt will Born Rache – und wird Teil einer Hetzjagd, die dort endet, wo alles begann: Tannenstein.

Das Buch beginnt mit einem Massaker ohne großen Sinn und Verstand. Und so zieht sich das auch immer wieder durch die ganze Geschichte. Natürlich hat das Buch seine spannenden Momente, aber das täuscht nicht über die arg konstruierte Story hinweg, die wenig Neues präsentiert. Auch die Figurenkonstellation ist sehr mäßig. Für den Helden der Story, Alexander Born, konnte ich mich nicht erwärmen. Wenn wenigstens andere Charaktere überzeugt hätten, aber auch hier herrscht große Ödnis. Und der Böse ist einfach nur böse, ohne großen charakterlichen Hintergrund. Wenn schon nicht der Held überzeugt, dann wenigstens der Böse. Auch das schafft „Tannenstein“ nicht.

dtv, 380 Seiten; 15,90 Euro


Romy Straßenburg

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Adieu Liberté – Wie mein Frankreich verschwand

Adieu Liberté Wie mein Frankreich verschwandEuropa und vor allem Frankreich haben sich in den letzten Jahren durch politische Umwälzungen, drastische Ereignisse und gesellschaftliche Spannungen extrem verändert. Romy Straßenburg hat diese Zeit unmittelbar miterlebt. Sie berichtet von gesellschaftlichen Missständen und persönlichen Eindrücken, von Liebe und Politik, Kultur und Terror. Ein Buch, dass das Lebensgefühl einer ganzen Generation von Franzosen, Deutschen – von Europäern – vermittelt.

Ein persönlicher und spannender Blick in die aktuelle Seele Frankreichs! Mit vielen was das Land und die Leute ausmacht. Da es ein sehr persönlicher Bericht ist, kommen natürlich einige Gruppen der Gesellschaft gar nicht vor, doch das schwächt das Buch nur wenig, wenn man sich einfach treiben lässt. Romy Straßenburg, Jahrgang 1983, stammt aus Berlin und zog mit 24 nach Frankreich. So bekommt man einen französisch-deutschen Blick auf alles. Enthalten sind unter anderem folgende Hauptkapitel: „Verflogener Zauber“, „Wie ich Charlie wurde“, „Champagnerzwang & Wickert-Keule“, „Freitag, der 13.“, „Nicht ohne mein Festival“. „Banlieue-Style“, „Beziehungskisten sind die schwersten Kisten“, „Reise nach Aleppo“, „Das Projekt Freiheit“, „Dreikäsehoch-Revolte“ und „Europe, mon amour“.

Ullstein, 238 Seiten; 18,00 Euro


Sebastian Fitzek

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Fische, die auf Bäume klettern

Fische die auf Bäume klettern

Bestsellerautor Sebastian Fitzek stellt sich in diesem Buch den existentiellen Fragen: Was zählt im Leben? Wie findet man sein Glück? Welche Lebensziele sind richtig? Was lernt man aus Niederlagen? Und wie geht man mit seinen Mitmenschen um? In persönlichen Episoden erzählt er, was im Leben wichtig ist und wie ein glücklicher Lebensweg gelingen kann. Inspiriert wurde Sebastian Fitzek zu diesem Buch durch seine Rolle als Vater – und die Frage, was er seinen Kindern für das Leben mitgeben würde, wenn ihm nicht mehr viel Zeit bliebe.

Dass Sebastian Fitzek nicht nur ein großartiger Thrillerautor, sondern auch ein echt liebenswerter Kerl ist, das weiß man mittlerweile. Wenn nicht, dann erfährt man es spätestens mit diesem Buch, das der feinfühlige Vater als einen Art Lebensaufsatz für seine Kinder verfasst hat. Einzelne Hauptpunkte herauszugreifen fällt schwer, bei so vielen klugen und weisen Ratschlägen. Hier mal ein paar wenige: „Habt Mitgefühl, aber verleugnet euch nicht“, „Euer wichtigstes Tauschgut ist die Zeit“, „Nehmt das, was ihr tut, ernst. Euch aber nicht so wichtig“, „Misserfolg ist die Regel. Erfolg die Ausnahme“, „Nur das reale Leben ist real“, „Der Glaube anderer Menschen ist nicht eure Gewissheit“.

Droemer, 255 Seiten; 18,00 Euro


Klaus-Peter Wolf mit Holger Bloem

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Mein Ostfriesland

Mein Ostfriesland

Die Weite des Landes, die zauberhafte Natur, das Leben hinterm Deich, das Watt und das Meer vor der Haustür – all das zeichnet Ostfriesland aus. Ob auf Langeoog oder Spiekeroog, ob in Norden-Norddeich oder in Greetsiel und Aurich – immer ist auch die Landschaft ein bedeutender Mitspieler in den Romanen von Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf. Mit diesem Buch will der Autor seinen Fans sein Ostfriesland zeigen, die Region, in der er seit vielen Jahren beheimatet ist. Hier leben einige seiner engsten Freunde, hierher kommen die Fans von Ann Kathrin Klaasen, Rupert und Ubbo Heide, um im Urlaub die Schauplätze kennenzulernen, von denen sie in den Romanen schon so viel gelesen haben.

Wer Klaus-Peter Wolfs Ostfriesenkrimis liebt, wird auch dieses Buch in sein Herz schließen, denn es ist ein ganz persönlicher Blick des Autors auf sein Ostfriesland. Angereichert mit einer Menge toller Fotos von einem Landstrich der durch seine vielseitige Naturschönheit besticht. Und wer mit den Krimis von Klaus-Peter Wolf wirklich nichts anfangen kann, der wird mit diesem Buch einen Landstrich kennenlernen, den zu besuchen es sich lohnt.

Fischer, 256 Seiten; 18,00 Euro


Hörbuch der Woche

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Jason Dark

Geisterjäger John Sinclair Folge 125 bis Folge 128

zombies aus dem hoellenfeuer


In „Zombies aus dem Höllenfeuer“ führt ein Hinweis eines Informanten John Sinclair zu einer Baustelle in London - und zu einer Frau, die auf dem Dach des Betonrohbaus in einer magischen Flamme qualvoll verbrannte! Aber sie starb nicht! Ein Zombie aus dem Höllenfeuer war geboren, gegen den selbst sein Silberkreuz machtlos war.


Hörprobe

Die Rache der Großen Alten


Weiter geht es in „Die Rache der Großen Alten“. Dort hatten die Diener der Großen Mutter Lilith Suko entführt, um ihn im Land ohne Grenzen dem Todesboten Kalifato zum Fraß vorzuwerfen! Doch Sukos Opfer sollte nur der Auftakt in einer Auseinandersetzung biblischen Ausmaßes sein: Die einstigen Herrscher von Atlantis, die Großen Alten, forderten die Mächte der Hölle heraus!

Hörprobe



Zwei Schwerter gegen die Hölle

In „Zwei Schwerter gegen die Hölle“ muss John Sinclair feststellen, dass die Entführung seines Partners Suko weit mehr dient. Er war zum Spielball einer weit größeren Auseinandersetzung geworden: Die Großen Alten forderten Luzifer und seine Heerscharen heraus! Um Suko zu retten, setzten Kara, Myxin, der Eiserne Engel und ich unsere letzten Mittel ein - zwei Schwerter gegen die Hölle!

Hörprobe



Hemators tödliche Welt In „Hemators tödliche Welt“ hatten Kara und der Eiserne Engel die Macht ihrer beiden Schwerter ausgespielt und John Sinclair damit in die Leichenstadt katapultiert! Angeblich existierte dort ein Zugang zum Land ohne Grenzen, in dem Suko gefangen gehalten wurde. Stattdessen findet sich John Sinclair auf einem Schlachtfeld wieder - inmitten der Auseinandersetzung zwischen der Hölle und den Großen Alten!


Hörprobe


John Sinclair XXL! Die Folgen „Zombies aus dem Höllenfeuer“ (125), „Die Rache der Großen Alten“ (126), „Zwei Schwerter gegen die Hölle“ (127) und „Hemators tödliche Welt“ (128) sind zusammen eine große Folge. Und an einem mangelt es diesen vier Episoden nicht: Action! Hier passiert so viel, Hollywoods Special-Effects-Spezialisten hätten ihre helle Freude daran, wenn sie Jason Darks fantastische Ideen für die Leinwand würden umsetzen können. Die vier Folgen bilden eine Gesamtfolge ab und trotzdem endet die Geschichte mit einem ganz fiesen Cliffhanger. Weiterhören zwingend erforderlich! Das Sprecherensemble ist wie immer hervorragend. Neben Dietmar Wunder als John Sinclair ragen vor allem Suzan Demircan als Leila und Samir Fuchs als Ali heraus.

Lübbe Audio, je 1 CD, je ca. 60 Minuten; je 7,99 Euro


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