Kolumne vom 07.10.2019 - Nr.581


Lucinda Riley

daumen rauf

Das Schmetterlingszimmer

Das Schmetterlingszimmer

Posy Montague steht kurz vor ihrem siebzigsten Geburtstag. Sie lebt alleine in ihrem geliebten „Admiral House“, einem herrschaftlichen Anwesen im ländlichen Suffolk. Eines Tages taucht völlig unerwartet ein Gesicht aus der Vergangenheit auf: ihre erste große Liebe Freddie, der sie fünfzig Jahre zuvor ohne ein Wort verlassen hatte. Nie konnte Posy den Verlust überwinden, aber darf sie nun das Wagnis eingehen, ihm noch einmal zu vertrauen? Freddie und das „Admiral House“ bewahren indes ein langes gehütetes, düsteres Geheimnis – und Freddie weiß, er muss Posys Herz noch einmal brechen, wenn er es für immer gewinnen will.

Lucinda Riley veröffentlicht zwischen ihrer fabelhaften „Sieben-Schwestern“-Saga mit „Das Schmetterlingszimmer“ nun einen ganz eigenen Roman abseits der Saga. Mir hat das Setting rund um das „Admiral House“ sehr gefallen, so auch die Charaktere, die sich um Posy herumbewegen. Vorneweg ihre beiden Söhne Sam und Nick. Jeder Charakter hat eine eigene spannende Geschichte, die zum Roman einen sehr großen Teil beiträgt. So hat vor allem Sams Leben mit seiner Frau Amy öfter schon die Züge eines Krimis. „Das Schmetterlingszimmer“ kann nicht ganz mit Werken wie „Das Orchideenhaus“, „Der Lavendelgarten“ oder der „Sieben-Schwestern“-Reihe mithalten, aber mich hat er durchweg unterhalten und auf keiner einzigen Seite kam bei mir Langeweile auf. Berauschend, berührend, fesselnd, hochdramatisch – Lucinda Riley begeistert aufs Neue!

Das Schmetterlingszimmer hoerbuch

Auch als Hörbuch erhältlich bei der Hörverlag. Lucinda-Riley-Stammvorleserin Simone Kabst liefert auch diesmal eine stimmungsvolle Lesung ab! 16,00 Euro. Hörprobe 5:00 Min.

Goldmann, 620 Seiten; 15,90 Euro


Miku Sophie Kühmel

daumen runter

Kintsugi

Kintsugi

Es ist Wochenende. Wir sind in einem Haus an einem spätwinterlichen See, das Licht ist hart, die Luft ist schneidend kalt, der gefrorene Boden knirscht unter unseren Füßen. Gerade sind Reik und Max angekommen, sie feiern ihre Liebe, die nun zwanzig ist. Eingeladen sind nur ihr ältester Freund Tonio und seine Tochter Pega, so alt wie die Beziehung von Max und Reik. Sie planen ein ruhiges Wochenende. Doch ruhig bleibt nur der See.

„Kintsugi“ ist für die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2019 nominiert. Und wieder ein Buch, das für den Deutschen Buchpreis nominiert ist und extrem an der Kompetenz der Jury des Preises zweifeln lässt. Denn die Geschichte ist freundlich ausgedrückt eine Schlaftablette mit einer extrem hohen Dosis. Dabei hörte sich die Geschichte gut an. Doch der Debütroman von Miku Sophie Kühmel, Jahrgang 1992, zeigt sehr schnell, dass die Autorin noch sehr viel lernen muss, um eine wirklich gute Autorin zu werden. Umso unverständlicher, wie man solch ein langweiliges und schlecht geschriebenes Buch für den Deutschen Buchpreis nominieren kann. Es gibt so viele deutsche Autorinnen und Autoren die das zehnmal mehr verdient hätten. Aber nun gut, die Jury des Deutschen Buchpreises zeigt damit, dass sie nicht nach Qualität eines Werkes urteilt, sondern einen ganz eigenen Bewertungsschlüssel hat. Der gerade hippe Buchtitel „Kintsugi“ (die japanische Form um etwas wieder zu reparieren, zu kleben) hätte die Autorin mal wörtlich nehmen sollen. Bei ihrem Werk muss man sehr viel reparieren und kleben um es halbwegs lesenswert zu machen.

S. Fischer, 297 Seiten; 21,00 Euro


Steffen Kopetzky

daumen rauf

Propaganda

PropagandaJohn Glueck ist im Krieg. Tief in Deutschland, im dunklen Hürtgenwald in der Eifel, 1944. Vor kurzem noch war er Student in New York, voller Liebe zur deutschen Kultur seiner Vorfahren; dann, als Offizier bei Sykewar, der Propaganda-Abteilung der US-Army, traf Glueck in Frankreich sein Idol Ernest Hemingway. Für ihn zieht Glueck in den scheinbar unbedeutenden, doch von der Wehrmacht eisern verteidigten Hürtgenwald bei Aachen. Eine der größten Katastrophen des Zweiten Weltkriegs beginnt, mit über 15 000 Toten. Niemand trat unverändert wieder aus dem „Blutwald“ heraus. Zwanzig Jahre später, in Vietnam, erfährt John Glueck: Die Politik ist zynisch und verlogen wie eh und je. Er wird handeln, und sein Weg führt von der vergessenen Waldschlacht direkt zu den Pentagon-Papers.

Steffen Kopetzky hat u. a. mit den Werken „Grand Tour“ und „Risiko“ seine Leser begeistert. Nun liegt sein neues Werk mit einem prägnanten Titel vor, bei dem es auch keiner großen Covergestaltung bedurfte: „Propaganda“. Krieg und Propaganda, beides schon immer untrennbar miteinander verbunden. Daher ist das neue Buch vom exquisiten deutschen Autor Steffen Kopetzky ein so aktuelles, so wichtiges Buch, und nicht nur ein ungeheuer aufregender und spannender Roman. Auch in unserer heutigen Zeit hat die Propaganda wieder Hochkonjunktur. Und ganz oft folgte daraus in der Geschichte ein Krieg. Daher sollte das jedem ein Mahnmal sein. Doch „Propaganda“ ist noch mehr. Ein vitalisierender und glänzender Künstler- und Abenteuerroman. Der deutsche Autor Steffen Kopetzky schreibt einen amerikanischen Roman von Weltrang, den man in Amerika aufmerksam lesen sollte.

Propaganda hoerbuch


Auch als Hörbuch erhältlich bei Argon Hörbuch. Johann von Bülow gibt der Geschichte mit seiner Stimme Eleganz, Frische und Tiefe zugleich. 29,95 Euro. Hörprobe 4:18 Min.

Rowohlt Berlin, 496 Seiten; 25,00 Euro


Bernhard Hennen

daumen rauf

Die Chroniken von Azuhr – Der träumende Krieger

Die Chroniken von Azuhr Der Träumende Krieger

Die Bewohner der Insel Cilia drohen zwischen dem großmächtigen Khanat und dem Reich von Kaiserin Sasmira zerrieben zu werden. Ein Schatten legt sich über die ganze Welt Azuhr. Vom Nebelwolf der Weißen Königin gehetzt, machen sich Milan, der Erzpriester Nandus Tormeno und die geheimnisvolle Nok auf die Suche nach einem zweiten Roten Kloster, in dem die höchsten Ränge der Erzpriester ausgebildet werden. Gemeinsam stoßen sie auf die Spur eines uralten Komplotts, dessen Ziel es ist, die junge Kaiserin wie auch den mächtigen Khan zu manipulieren. Ein Kampf steht bevor, den der träumende Krieger entscheiden wird – jener Krieger, der für seine Vision von einer besseren Welt alles zu opfern bereit ist.

Die großartige Fantasy-Trilogie „Die Chroniken von Azhur“ finden nach „Der Verfluchte“ und „Die weiße Königin“ in „Der träumende Krieger“ ein spektakuläres Ende! Der Fantasy-Bestsellerkönig Bernhard Hennen hat sich mal wieder selbst übertroffen. Jeder Fan von gehobener Fantasy wird diese Trilogie nicht mehr in seinem Bücherregal missen wollen.

TOR, 688 Seiten; 18,99 Euro


Nina George

daumen rauf

Südlichter

Südlichter

Emma Davis ist Künstlerin und steht am Beginn einer großen Karriere. Niemand ahnt, dass sie in ihren Bildern eine traumatische Erinnerung verarbeitet. Vor 15 Jahren hat sie im Sommercamp in den Wäldern am Lake Midnight etwas Furchtbares erlebt: Ihre drei Freundinnen verschwanden eines Nachts, man fand keinerlei Spuren. Jetzt kehrt Emma zurück an den schwarzen See. So schön die Umgebung, so beklemmend ist die Atmosphäre im Camp. Und dann scheint sich die Geschichte zu wiederholen: Erneut verschwinden drei Mädchen. Doch Emma ist fest entschlossen, sie zu finden − und endlich herauszubekommen, was damals geschah.

In Nina Georges Welt-Bestseller „Das Lavendelzimmer“ ist das „Buch im Buch“, „Südlichter“ von dem unbekannten Autor Sanary das Herzstück der literarischen Apotheke von Monsieur Perdu: „Südlichter“ war das Einzige, was ihn berührte, ohne ihn zu verletzen. „Südlichter“ ist eine wunderbare Idee und ein wunderbares Geschenk an alle Leser, die „Das Lavendelzimmer“ verschlungen haben. Ein warmherziges Buch, das großes Glück verströmt!

Knaur, 284 Seiten; 18,99 Euro


Hörbuch der Woche

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Luca D’Andrea

Der Wanderer

Der Wanderer hoerbuch

Mit Entsetzen blickt Sibylle auf das Foto ihrer toten Mutter. Es kam in einem Brief ohne Absender. Zwanzig Jahre ist es her, dass man die Leiche an einem abgelegenen Bergsee gefunden hat. In Kreuzwirt waren sich alle einig: Selbstmord. Aber das Foto weckt Sibylles Zweifel. Zusammen mit dem Schriftsteller Tony, der als junger Lokaljournalist über den Leichenfund berichtet hatte, macht sich Sibylle auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei stoßen sie auf ein dunkles Geflecht aus Lügen, Eifersucht und Verrat, Drogen, Okkultismus und Wahnsinn – und stellen mit Entsetzen fest, dass Erika nicht das einzige Opfer war.


Der Italiener Luca D’Andrea hat mit seinen ersten beiden Thrillern „Der Tod so kalt“ und „Das Böse, es bleibt“ gleich zwei Bestseller geschrieben. Sein neuester Thriller „Der Wanderer“ entführt den Leser wieder in eine mystische anhauchende Bergwelt mit ganz besonderen Charakteren. Die Spannung steigt langsam an, doch das Setting der Geschichte ist ein zusätzlicher Spannungsgarant. „Der Wanderer“ – ein Thriller mit den ganz besonderen Gänsehautmomenten! Der sehr bekannte deutsche Schauspieler Matthias Koeberlin liefert wie immer eine Glanzleistung ab! Er hat eine Stimme, die einen komplett in Luca-D’Andreas-Welt abgleiten lässt. Hörprobe 5:00 Min.

Der Wanderer

 

Auch als Paperback erhältlich bei Penguin, 15,00 Euro.

Der Hörverlag, 2 MP3 CDs, 470 Minuten; 14,99 Euro


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