Kolumne vom 05.02.2018 - Nr.494


Jon Skovron

daumen rauf

Schatten des Todes – Empire of Storms 2

Schatten des Todes Empire of Storms 2

Das Imperium der Stürme ist ein gewaltiges Reich, das von einem gottgleichen Kaiser regiert wird - und von den Biomanten, mächtigen Zauberern, die einen Menschen mit nur einem Wimpernschlag töten können. Der junge Straßendieb Red soll von ihnen zum Assassinen ausgebildet werden, im Gegenzug dafür schenkten die Magier seiner großen Liebe Hope die Freiheit. Noch während Red versucht, das Spiel der Intrigen und Ränke am Kaiserhof mitzuspielen, segelt Hope als Piratenkönigin Dire Bane die Küste entlang. Doch dann stößt sie auf eine gewaltige Verschwörung der Biomanten, die Red in tödliche Gefahr bringt. Eine Verschwörung, die sogar das Imperium der Stürme in den Untergang reißen könnte ...

Jon Skovron ist ein neuer Star im Fantasy-Universum! Mit seiner „Empires-of-Storms“-Trilogie lässt er die Herzen der Fantasy-Fans schneller schlagen. Nach dem ersten Teil „Pakt der Diebe“ liegt nun der zweite Teil der Reihe, „Schatten des Todes“, vor. Die Helden Hope und Red sind etwas ganz Besonderes, genauso wie die Welt aus Piraten und Zaubern, Biomanten, Miezen und Katern. Hä, Miezen und Katern fragen Sie, was hat es denn damit auf sich? Lassen Sie sich überraschen. Wie vom ganzen Roman, der so ganz anders ist als was man im Fantasy-Genre sonst so kennt. „Empire of Storms“ ist „Fluch der Karibik“ auf Extasy! Hart, derb, schmutzig, und zugleich ist es elegante, eigenwillige und wuchtige Fantasy!

Heyne, 604 Seiten; 14,99 Euro


Irvin D. Yalom

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Wie man wird, was man ist

Wie man wird was man ist

Irvin D. Yalom widmete sein Leben dem seelischen Leid anderer, in diesem Buch erzählt er von sich und den Umbrüchen, die ihn und seine Arbeit geprägt haben. Er berichtet von der Kindheit in prekären sozialen Verhältnissen, dem Minderwertigkeitsgefühl in jungen Jahren, der frühen Eigenwilligkeit, aber auch von den Kämpfen der verschiedenen psychotherapeutischen Schulen in den 1960er Jahren, den Anfängen der Studentenrevolte, der Menschenrechts- und Frauenbewegung, Drogen und Esoterik, und auch Berühmtheiten wie Viktor Frankl oder Rollo May kommen zu Wort.

Der amerikanische Psychoanalytiker Irvin D. Yalom ist ein inspirierender und weiser Autor. Seine Werke aus den vergangen Jahrzehnten habe mich oft begeistern können. Sein neuestes, sein Lebensabschlusswerk tut das nicht. Obwohl ich dachte, das wird sein Schaffenshöhepunkt. Doch Yalom greift allzu oft in die Mottenkiste zurück und präsentiert Altes in neuem Gewand. Auch dachte ich, er hätte ein so ereignisreiches Leben gelebt, dass er davon viele inspirierende und spannende Geschichten zu erzählen hat. Doch leider ist das Buch größtenteils sehr langweilig und selbstverliebt. Mit diesem Buch hat sich der Bestsellerautor keinen Gefallen getan.

btb, 448 Seiten; 25,00 Euro


Daniel Cole

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Hangman

HangmanIn New York wurde ein Toter an der Brooklyn Bridge aufgehängt, das Wort „Köder“ tief in seine Brust geritzt. Das lässt nur einen Schluss zu: Ein Killer kopiert den berühmten Londoner Ragdoll-Fall. Chief Inspector Emily Baxter wird sofort von den US-Ermittlern angefordert. In den USA ist der Druck der Medien enorm. Als ein zweiter Toter entdeckt wird, diesmal mit dem Wort "Puppe" auf der Brust, dreht die Presse völlig durch und mit ihr die Internet-Communities. Baxter und ihre Kollegen von FBI und CIA werden zum Spielball des grausamen Mörders – wer kann seinen Irrsinn stoppen? Und wer hält im Hintergrund die Fäden in der Hand?

Der Engländer Daniel Cole hat im letzten Jahr mit seinem Thrillerdebüt „Ragdoll“ gleich einen fulminanten Bestseller gelandet. Nun legt er mit „Hangman“ nach. Ein Thriller, der weit ab ist vom gewohnten Thrillerschema und der immer wieder zu überraschen weiß! Daniel Cole legt neben der sehr präsenten Ermittlungsarbeit sein Augenmerk auf Emily Baxter. Sie ist die absolut dominierende Figur des Romans. Baxter selbst ist eher desillusioniert, unterkühlt und unangepasst, Gefühle sind nicht so ihr Ding. Ihr Job und ihr Verhalt lässt auch ihre Liebesbeziehung mit ihrem Anwaltfreund Thomas mehr als schwierig werden. Und Wolf, der „Held“ aus „Ragdoll“, schwiert ihr immer noch im Kopf herum. Auch den Nebenfiguren hat Daniel Cole viel Leben eingehaucht. Sie haben alle ihre Ecken und Kanten.

Ullstein, 475 Seiten; 15,00 Euro


Annette Pehnt

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Lexikon der Liebe

Lexikon der LiebeEs wird die Rede sein von Hotels und Küchentischen, von Krankenhäusern und Schlachtfeldern. Die Liebe ist allgegenwärtig. Und doch erkennt sie nicht jeder, denn manchmal macht sie sich unsichtbar und wird ganz still, manchmal erlischt sie von heute auf morgen, oder sie nimmt von allen unbemerkt eine neue Gestalt an. Wie die Liebe zwischen Eltern und ihren Kindern. Oder die Zuneigung zu geliebten Gegenständen, die Liebe zu alten Freunden. Sie lässt sich nicht erklären.

 

Die deutsche Autorin, die bereits mit ihrem „Lexikon der Angst“ einen Erfolg verbuchen kann, setzt nun ihr Erzählprojekt mit dem „Lexikon der Liebe“ fort. Ein kleines Buch mit kleinen Geschichten über das Größte was es gibt – die Liebe. Die Liebe in ihren ganz unterschiedlichen Erscheinungsformen. Viele Buchstaben des Alphabets bekommen eine eigene kleine Geschichte. Ein ideales Buch zum immer wieder kurz hineinlesen und zum verschenken.

Piper, 189 Seiten; 20,00 Euro


Thomas Reverdy

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Es war einmal eine Stadt

Es war einmal eine Stadt

September 2008. Detroit - einst das Herz der aufstrebenden Industrienation USA - jetzt nur noch Rost und Ruinen. Hier trifft der gescheiterte Manager Eugène auf Charlie, einen Zwölfjährigen, der sich auf die falschen Freunde eingelassen hat. Er trifft Gloria, Charlies Großmutter, die Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um den mittlerweile verschwundenen Jungen wiederzufinden. Außerdem Lieutenant Brown, dessen Job es ist, solche Kinder zu suchen. Und dann noch Candice, die Kellnerin mit dem „strahlenden, roten Lächeln“.

 

Der Franzose Thomas Reverdy beschreibt in „Es war einmal eine Stadt“ einen Ort, der einmal ganz groß und strahlend war, und spätestens seit der Finanzkrise 2008 immer kleinerer und düsterer wurde. Er erfasst das Detroit von damals literarisch sehr fein. Und seine so unterschiedlichen Figuren finden sich in dieser Stadt jede auf ihre ganz eigene Weise zurecht. Das alles ist spannend zu lesen.

Berlin Verlag, 279 Seiten; 22,00 Euro


Hörbuch der Woche

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Charlotte Lucas

Wir sehen uns beim Happy End

Wir sehen uns beim Happy End

Stell dir vor, Romeo und Julia erleben wunderbare Flitterwochen, die kleine Meerjungfrau bekommt ihren Prinzen und Hannibal Lecter wird zum kinderfreundlichen Veganer - Wie könnte die Welt aussehen, wenn jede Geschichte das Recht auf ein glückliches Ende hätte? Und was würdest du tun, wenn dir das Leben die Verantwortung für einen anderen Menschen gibt? Schenkst du ihm ein Happy End? Selbst wenn du nicht weißt, ob er das will? Ella Faust ist süchtig nach Happy Ends, in ihrem eigenen Leben und von den Filmen die sie sieht. Doch Ellas Leben gerät vollkommen durcheinander, als sie erfährt, dass ihr Prinz sie betrogen hat uns sie vielleicht gar nicht mehr heiraten will. Und weil sie einen Fremden zweimal über den Haufen rennt. Der Fremde entpuppt sich dann als mehr. Als viel mehr …

Charlotte Lucas ist das Pseudonym der Bestsellerautorin Wiebke Lorenz, die auch ein Teil von Anne Hertz ist. Schon ihr erster Sololiebesroman „Dein perfektes Jahr“ war ein Bestseller. Ihr zweiter Roman ist wieder einer. „Wir sehen und beim Happy End“ ist eine zuckersüße und verzaubernde Lovestory! Charlotte Lucas versteht es, Geschichten mit großen Gefühlen und mit viel Elan und Witz zu erzählen. Hörbuchsprecherin Christiane Marx gibt Ella eine sehr deutliche und unverwechselbare Stimme. Mit all ihren Turbulenzen, die Ella in Sachen Liebe und Leben so durchmachen muss. Christiane Marx ist immer voll bei der Sache. Eine sehr lebhafte Lesung! Hörprobe

Wir sehen uns beim Happy End Hardcover

 

Auch als Hardcover erhältlich bei Lübbe, 18,00 Euro.

Lübbe Audio, 6 CDs, 456 Minuten; 20,00 Euro


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